 des weißen
Elefanten wäre. Das ist meine Meinung von der Sache; und nun weiter im Text,
Freund Danischmend!«
    »Die gar zu schöne, gar zu gute, gar zu vernünftige, und eben darum (wie
Ihre Hoheit weislich bemerkt haben) für so alberne Tiere als die Menschen sind
gar nicht passende Verfassung, welche Tifan der Einzige den Scheschianern gab,
würde also, wenn man sie auch ihre natürliche Zeit hätte ausleben lassen,
endlich doch ein Ende genommen haben, sagte ich: aber die Maßregeln, die der
Pracht und Kunst liebende Akbar mit seinen getreuen Ständen nahm, ließ es dazu
nicht kommen, sondern beschleunigten den fatalen Zeitpunkt um einige
Jahrhunderte. Der erste und gefährlichste Schritt war nun glücklich gemacht. Der
Hof hatte das Vergnügen zu sehen, dass ein so gewaltiger Bruch in die Tifanische
Grundverfassung nicht nur ohne die geringste Erschütterung, sondern sogar mit
fast allgemeinem Beifall, gemacht worden war: so eifrig hatten sich's die
dankbaren und in aller Stille nach höheren Dingen strebenden Priester angelegen
sein lassen, das Glück der Regierung Akbars, und die unendlichen Vorteile, die
dem Reich aus den neuen Einrichtungen zuwachsen würden, dem gläubigen Volke von
ihren Lehrstühlen sowohl als bei allen andern Gelegenheiten anzupreisen. Von nun
an wusste der Hof, der Adel und die Klerisei wie sie mit einander ständen; jener
wusste dass er durch diese, diese dass sie durch jenen erhalten könnten was sie
wollten. Das alles machte sich anfangs mit der größten Leichtigkeit. Die höchst
einfachen Formeln - Was wird uns für unsre Gefälligkeit? und was verlangen die
Herren? - machten die ganze Prozedur aus. Nichts war tröstlicher, als die
Harmonie und Eintracht zu sehen, die zwischen dem Hof und dem Ausschusse der
getreuesten Stände vorwaltete; nichts bewundernswürdiger, als der leichte und
rasche Gang aller Unternehmungen des ersteren, die ohne die geringste Friktion
von Statten gingen und in der möglichst kürzesten Zeit in größter Vollkommenheit
zu Stande kamen; nichts auffallender, als der Glanz, die blühende Gestalt, das
Ansehen von Wohlhabenheit, Überfluss und Reichtum, welche Akbars Regierung über
das ganze Reich verbreitete. Unglücklicher Weise konnte nur alle diese
Herrlichkeit von keiner langen Dauer sein. Denn wie hätten nicht beide Teile
bald genug ausfündig machen sollen, dass ihr besonderes Interesse bei diesem
Handel, den sie auf Unkosten des allgemeinen Besten mit einander geschlossen
hatten, nicht so ganz eben dasselbe sei? Augenscheinlich erforderte es der
Vorteil des Hofes, die Gefälligkeiten, die er verlangte, recht wohlfeil zu
haben; umgekehrt hingegen verhielt es sich mit dem Interesse der Stände und
ihrer Stellvertreter; denn dieses war natürlicher Weise, ihre Ware so teuer zu
verkaufen als möglich. In der Tat war der Appetit der letztern so stark, dass das
Doppelte
