
geduldet wurden (denn Bürger waren sie nie gewesen), auszulöschen, scheint in
der Tat nicht unerheblich. Ein Staat (sagt er in seinem Gesetzbuche) kann mit
nichts füglicher verglichen werden als mit einer großen Pflanzung. Diese besteht
aus einer Menge von allerlei Arten von Gewächsen, Bäumen, Stauden, Blumen,
Kräutern und Gräsern. Einige Bäume geben Bauholz, andere dienen zum Brennen,
andere zu Verfertigung allerlei nötiger Gerätschaft; andere tragen Früchte zur
Erfrischung des Menschen, andere Speise für das Vieh. Einige Pflanzen dienen zur
Nahrung, andere zur Arznei, viele nützen bloß zum Vergnügen; sie ergetzen das
Auge und den Geruch; ein schlechtes Kräutchen verbirgt oft unter einer
unscheinbaren Gestalt die herrlichsten Kräfte. Alles was zum Nutzen oder zur
Verschönerung der ganzen Pflanzung etwas beiträgt, hat seinen Wert, und wird ein
Gegenstand der aufmerksamen Sorgfalt des Besitzers. Aber Unkraut und Trespe, und
schmarutzerische Pflanzen, welche bloß darum sich um die nützlichen Gewächse
herum winden, um ihnen die besten Nahrungssäfte zu entziehen, kurz, alles was
nicht nur an sich selbst zu nichts taugt, sondern im Gegenteile durch seine
Ausbreitung das Wachstum und die Vermehrung der nützlichen Gewächse hemmet, wird
sorgfältig ausgerauft, und bis auf die kleinsten Fäserchen seiner Wurzeln
ausgerottet. Eben so verhält es sich mit einem wohl geordneten Staate. Ein Teil
der Bürger beschäftigt sich die übrigen zu nähren, ein andrer sie zu bekleiden,
ein dritter ihre Wohnungen zu erbauen, ein vierter sie mit tausend nötigen
Gerätschaften und Bequemlichkeiten zu versehen, ein fünfter den Umsatz und
Vertrieb dieser Dinge zu erleichtern; einige dienen dem gemeinen Wesen mit ihren
Händen, andre mit ihrem Kopfe, andre sogar mit ihrem Blut und Leben.
Verschiedene, wenn sie auch keine andere Kunst gelernt haben, besitzen
wenigstens die Gabe ihren Mitbürgern Vergnügen zu machen. Alle diese Arten von
Einwohnern sind dem gemeinen Wesen entweder unentbehrlich oder doch zu irgend
etwas gut: aber wozu ein Ya-faou, in so fern er ein Ya-faou ist, gut sei, dies,
sagt Tifan, habe ich mit allem Nachsinnen nicht heraus bringen können. Ich sehe
alle Plätze, worin man dem Staate Dienste leisten kann, schon besetzt; und indem
ich alle mögliche Arten von Bedürfnissen überzähle, find ich keines, worauf der
Stand der Ya-faou sich bezöge. Vielleicht mögen sie zu einer Zeit, da die
Scheschianer, noch zwischen Wildheit und Barbarei schwebend, an Vernunft und
Sitten wenig besser als die übrigen Tiere waren, vielleicht mögen sie damals
einigen zweideutigen Nutzen geleistet haben. Aber diese elenden Zeiten, wo die
Verwilderung und Abwürdigung der menschlichen Natur groß genug war, um die
Dienste der Ya-faou vonnöten zu haben, sind, Dank sei dem Himmel, vorbei. In
