 diesen Punkt übrig bleiben.
    Die Größe und Erhabenheit, wozu Dschengis die Begriffe seines Lehrlings
empor zu treiben sich bemüht hatte, machten es notwendig, dass er ihm zu gleicher
Zeit eine vollständige Kenntnis von dem gesellschaftlichen Leben, von dem was
man einen Staat nennt, und von der Einrichtung, Polizei und Verwaltung desselben
geben musste. Er tat es: und nachdem er dem jungen Tifan gezeigt hatte, wie
dieser Erdball, vermöge der richtigen Begriffe von der Natur und Bestimmung des
Menschen, aussehen und regiert sein sollte; so machte er ihm nach und nach
begreiflich, wie es zugehen könnte, dass alles ganz anders wäre als es sein
sollte. Von dem anschauenden Begriffe der kleinen Kolonie, in welcher er
aufgewachsen war, brachte er ihn stufenweise bis zu dem verwickelten Begriff
einer großen Monarchie, von dem ländlichen Hausvater bis zu dem großen Hausvater
von Scheschian. Der Prinz folgte ihm in allen diesen Erörterungen ohne
sonderliche Mühe. Aber desto größere Schwierigkeit hatte es, ihm begreiflich zu
machen, wie aus dem allgemeinen Vater einer Nation ein willkürlich gebietender
Herr, und aus diesem Herren, mit einer kleinen Veränderung, ein Tyrann habe
werden können.
    Der junge Prinz erschrak nicht wenig, wie er vernahm, dass die schönen Ideen
von unschuldigen Menschen und goldnen Zeiten, die mit ihm aufgewachsen waren,
nur goldne Träume seien, aus denen ihn eine kleine Reise durch die Welt auf eine
sehr unangenehme Art erwecken würde.
    Sein Verlangen eine Reise, welche ihn so viel Neues lehren würde, zu machen,
nahm mit der heftigsten Begierde, allen Drangsalen seiner Mitgeschöpfe
abzuhelfen, täglich zu; und Dschengis trug um so weniger Bedenken, diesem
Verlangen nachzugeben, je notwendiger es war, ihm eine ausführliche und
anschauende Kenntnis von allen den Missbräuchen, Unordnungen und daher
erwachsenden Übeln zu verschaffen, welchen (wenigstens in einem beträchtlichen
Teile des Erdbodens) ein Ende zu machen, seine große Bestimmung war. Überdies
hatten die gesunden Grundsätze seiner Erziehung zu tiefe Wurzeln in seiner Seele
gefasst, als dass von der Ansteckung der Welt etwas für ihn hätte zu besorgen sein
sollen. Im Gegenteil erwartete er, dass der Anblick alles des mannigfaltigen
Elends, welches sich die Menschen durch Entfernung von den Gesetzen der Natur
zugezogen haben, den jungen Tifan von der unumgänglichen Notwendigkeit ihrer
Befolgung nur desto lebhafter überzeugen werde.
    So viel Mühe Tifan hatte, sich von seiner Geliebten und von seinem kleinen
Sohne los zu reißen, so überwältigte doch die Ungeduld seiner Neugier, die Welt
besser kennen zu lernen, die zärtlichen Regungen der Natur. Er entfernte sich
also zum ersten Male von den friedsamen Hütten, worin er, der Welt unbekannt,
die glückliche Einfalt seiner Jugend verlebt hatte, und durchwanderte in der
Gesellschaft des getreuen Dschengis drei Jahre lang einen
