. Hingegen ist nicht weniger zu glauben, dass die meisten von
diesem tausendsten Teile sich darum nicht weniger für einen von beiden Affen
interessierten. Es ist mit einem alten Aberglauben eben so wie mit andern alten
und unvernünftigen Gewohnheiten beschaffen. Man sieht die Torheit davon ein, man
lacht darüber, man beweist sich selbst mit vielen Gründen, dass es Missbräuche
sind: aber gleichwohl beobachtet man sie nicht allein um der alten Gewohnheit
willen; sondern man rechnet es noch demjenigen als ein Verbrechen an, der sich
die Freiheit nehmen wollte davon abzugeben. Privatvorteile und Leidenschaften
können wohl gar die Ursache sein, dass wir solche Missbräuche, bei der völligsten
Überzeugung dass es Missbräuche sind, mit Eifer und Hitze verfechten. Man
unterscheidet in solchen Fällen Theorie und Ausübung. Man behauptet einen
nützlichen Missbrauch, und lacht bei sich selbst der Toren, welche betrogen zu
werden verdienen, weil sie betrogen werden wollen.«
    Wir schließen diesen Auszug mit den eigenen Worten des weisen Danischmend,
und mit einer Betrachtung, die wir von Herzen unterschreiben. »Die Ränke und
Kunstgriffe«, spricht er, »welche von beiden Parteien angewandt wurden, einander
zu schwächen und zu unterdrücken, - einander wechselsweise das Vertrauen des
Königs und das Ruder des Staates aus den Händen zu winden, - oder sich dem Hofe
furchtbar zu machen, und allen seinen Unternehmungen, unter dem Vorwande des
gemeinen Besten, unübersteigliche Hindernisse in den Weg zu legen; - die Künste,
welche gebraucht wurden, tausend streitende Privatvorteile mit dem Interesse der
Parteien in einen wirklichen oder doch anscheinenden Zusammenhang zu bringen; -
der schändliche Missbrauch, den man zu Beförderung aller dieser Absichten mit den
ehrwürdigen Namen der Religion, des königlichen Ansehens und des allgemeinen
Besten trieb; - die unzähligen Auftritte von Ungerechtigkeit, Betrug,
Verräterei, Undankbarkeit, Raubsucht, Giftmischerei, usw. welche unter diesen
ehrwürdigen Masken gespielt wurden: alles dies würde überflüssigen Stoff zu
einem ungeheueren Geschichtbuche geben, welches zu lesen nur die größten
Verbrecher verdammt zu werden verdienen könnten. Unglücklicher Weise ist die
Geschichte der polizierten Völker, wenn man ihre Kriege (einen andern Schauplatz
von Abscheulichkeiten) abrechnet, beinahe nichts anders als dies. Für einen
Menschen, der an den Schicksalen seiner Gattung wahren Anteil nimmt, ist es
Pein, bei diesen ekelhaften und grauenvollen Gemälden zu verweilen. Das Herz des
Menschenfreundes schaudert vor ihnen zurück. Ängstlich sieht er sich nach Szenen
von Unschuld und Ruhe, nach den Hütten der Weisen und Tugendhaften, nach
Menschen die dieses Namens würdig sind, um; und wenn er in den Jahrbüchern des
menschlichen Geschlechtes nicht findet was ihn befriedigen kann32, flüchtet er
lieber in erdichtete Welten, zu schönen Ideen, welche, so wenig auch ihr Urbild
unter dem Monde zu suchen sein mag
