Faou geschrieben sei. Da nun Tsai in der
scheschianischen Sprache allezeit feuerfarben, Tsao hingegen, vermöge eines mit
großer Gelehrsamkeit von ihm geführten Beweises, von jeher blau bedeutet hatte:
so ergab sich der Schluss von selbst, dass der Name des blauen Affen eigentlich
der wahre, uralte und charakteristische Name der Schutzgotteit ihres Landes
sei.
    Gorgorix (so nannte sich der Ya-faou), welcher, nach Art aller
Altertumsforscher, eine ungemessene Freude über diesen Fund hatte, der ihm
Gelegenheit gab, Dissertationen zu schreiben, worin er seinen in vielen Jahren
mühsam gesammelten Vorrat von Kollektaneen, Lesarten, Verbesserungen,
Ergänzungen, Mutmaßungen, Zeitrechnungen, etymologischen Untersuchungen, und
dergleichen, anbringen konnte, - glaubte sich nicht genug beschleunigen zu
können, der Welt eine so wichtige Entdeckung mitzuteilen. Wirklich hatten ihn
die Untersuchungen, die er bei dieser Gelegenheit anstellen musste, auf die Spur
so vieler andrer antiquarischer und grammatischer Entdeckungen gebracht, und
eine jede derselben hatte ihm zu so vielen gelehrten und äußerst interessanten
Digressionen Anlass gegeben, dass, ungeachtet des Titels seines Buchs, dasjenige
was darin den blauen und feuerfarbnen Affen betraf, kaum den zwanzigsten Teil
davon ausmachte. Seine Absicht scheint anfangs nichts weniger gewesen zu sein,
als Neuerungen in der Religion seines Landes anzuspinnen; und vielleicht würde
die Sache ohne Folgen geblieben sein, wenn seine Schüler und Freunde weniger
eifrig gewesen wären, die Entdeckungen des großen Gorgorix (wie sie ihn nannten)
in allen Zeitungen und Journalen von Scheschian als Dinge von der
verdienstlichsten Wichtigkeit anzupreisen. Durch die unbescheidenen Bemühungen
dieser Leute geschah es denn, dass sein Buch endlich die öffentliche
Aufmerksamkeit rege machte. Verschiedene Bonzen, welche den Ruhm des großen
Gorgorix mit scheelen Augen ansahen, traten mit kritischen Beleuchtungen seines
Buches hervor, worin es ihnen nicht sowohl darum zu tun war, zu ergründen, ob
Gorgorix recht oder unrecht habe, als der Welt zu zeigen, dass sie zum wenigsten
einen eben so großen Vorrat von Kollektaneen besässen, und noch scharfsinnigere
und gelehrtere Ergänzungen, Verbesserungen, Mutmaßungen, Zeitrechnungen und
Wortableitungen zu machen wüssten als Gorgorix. Bald gesellten sich auch einige
Ya-faou zu ihnen, welche die Entdeckung dieses Antiquars aus einem ganz andern
Gesichtspunkt ansahen, und über die Gottlosigkeit und Gefährlichkeit dieser
Neuerung ein mächtiges Geschrei erhoben. Da es weder diesen noch jenen an
Freunden mangelte, die aus mancherlei Ursachen und Absichten öffentlich ihre
Partei ergriffen, so wurde der Streit immer hitziger und allgemeiner. Die Liebe
zum Neuen zog den größten Teil der jungen Bonzen und Ya-faou auf die Seite des
blauen Affen, und Gorgorix sah sich in kurzem an der Spitze eines ansehnlichen
Teils der Nation.
    Nun bekam er Mut, dasjenige, was er anfangs in einem bescheidenen und
problematischen Tone vorgebracht hatte,
