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    »Gott bewahre mich«, sagte er; »ich wäre gewiss unter dem Kampfe zwischen
Liebe und Verachtung an ihrer Seite zu Boden gesunken.« Ich lachte ihn aus und
sagte: er sollte lieben wie ich, so würde er mehr Vergnügen davon haben, als ihm
seine übertriebene Ideen jemals gewähren würden.
    »Ich fühle, dass du glücklicher bist als ich«, sagte der Pinsel, »aber ich
kann mich nicht ändern.« Verdammt sei die Liebe, dacht' ich, die diesen und mich
zu so elenden Hunden macht. Seimour, zwischen dem Schmerz der Verachtung für
einen angebeteten Gegenstand und allen Reizungen der Sinne herumgetrieben, war
unglücklich, weil er nichts von ihrer Unschuld und Zärtlichkeit wusste. Ich, der
meiner Hochachtung und Liebe nicht entsagen konnte, war ein Spiel des Neides und
der Begierde, mich zu rächen, und genoss wenig Freude dabei, als diese, andern
die ihrige sicher zu zerstören, es folge daraus, was da wolle. - Arbeit habe
ich! - Denn so künstlich und sicher ich sonst meine Schlingen zu flechten wusste,
so nützen mich doch meine vorigen Erfahrungen bei ihr nichts, weil sie so viele
Entfernung von allen sinnlichen Vergnügungen hat. Bei einem Ball, wo beinahe
alle Weibspersonen Koketten und auch die Besten von der Begierde zu gefallen
eingenommen sind, hängt sie der Übung der Wohltätigkeit nach. Andre werden durch
die Versammlung vieler Leute und den Lärmen eines Festes, durch die Pracht der
Kleider und Verzierungen betäubt, durch die Musik weichlich gemacht und durch
alles zusammen den Verführungen der Sinnlichkeit blossgegeben, sie wird auch
gerührt, aber zum Mitleiden für die Armen; und diese Bewegung ist so stark, dass
sie Gesellschaft und Freuden verlässt, um ein Werk der Wohltätigkeit auszuüben.
Ha! wenn diese starke und geschäftige Empfindlichkeit ihrer Seele zum Genuss des
Vergnügens umgestimmt sein wird, und die ersten Töne für mich klingen werden! -
dann, B., dann werde ich dir aus Erfahrung von der feinen Wollust erzählen
können, die Venus in Gesellschaft der Musen und Grazien ausgiesst. Aber ich werde
mich dazu vorbereiten müssen. Wie Schwärmer, die in den persönlichen Umgang mit
Geistern kommen wollen, eine Zeitlang mit Fasten und Beten zubringen, muss ich,
dieser entusiastischen Seele zu gefallen, mich aller meiner bisherigen
Vergnügungen entwöhnen. Schon hat mir meine Von ungefähr entdeckte Wohltätigkeit
an der Familie T* große Dienste bei ihr getan; nun muss ich sie einmal in diesem
Hause überraschen. Sie geht manchmal hin, den Kindern Unterricht und den Eltern
Trost zu geben. Dennoch hat alle ihre Moral den Einfluss meiner Guineen nicht
verhindern können, durch die ich bei diesen Leuten Gelegenheit Enden werde, sie
zu sehen und einen Schritt zu ihrem Herzen zu
