 meines
Geistes sind zu Ausführung dieses Vorhabens bestimmt.
    Mit triumphierendem Gesichte eilte ich zur Gesellschaft, nachdem ich Willen
verboten, keiner Seele nichts von seiner Entdeckung zu sagen, und ihm noch
hundert Guineen für sein Schweigen versprochen hatte. Du wirst fodern, dass ich
meine Entdeckung zum Besten des Fräuleins hätte mitteilen sollen. Dann, meinst
du, wäre mein Triumph edel gewesen! Sachte, mein guter Herr! sachte! Ich konnte
auf dem Weg der guten Handlungen nicht so eilend fortwandern, noch weniger
gleich mein ganzes Vergnügen aufopfern. Und wozu hätte meine Entdeckung gedient,
als des Fürsten und meine Beschwerlichkeiten zu vergrößern? Wie vielen Spasses
hätte ich mich beraubt, wenn ich die Unterredungen des vorigen Stoffs
unterbrochen hätte? Denn indes ich weg war, hatte eine missverstandne Antwort des
Fürsten die ganze Sache ins reine gebracht. Denn da der Graf F* den Fürsten
gefragt: ob er das Fräulein im Pfarrgarten gesehen habe? und der Fürst ihm ganz
kurz mit Ja antwortete und die Augen gleich nach ihr kehrte, da war der Vorgang
gewiss, ja sie war, weil man doch auch dem Pfarrer eine Rolle dabei zu spielen
geben wollte, zur linken Hand vermählt, und viele bezeugten ihr schon besondere
Aufwartungen als der künftigen Gnaden-Ausspenderin. Der Graf F*, seine Frau, der
Onkel und die Tante des Fräuleins führten den Reihen dieser wahnsinnigen Leute.
Selbst Mylord G. spielte die Rolle mit, ob sie gleich etwas gezwungen bei ihm
war. Aber Seimour, durch die Beleidigung seiner Liebe und der Vollkommenheit des
Ideals, das er sich von ihr in den Kopf phantasiert hatte, in einen unbiegsamen
Zorn gebracht, konnte sich kaum zu der gewöhnlichen Höflichkeit entschließen,
einen Menuet mit ihr zu tanzen; sein frostiges störriges Aussehen, womit er die
freundlichsten Blicke ihrer schönen Augen erwiderte, machte endlich, dass sie ihn
nicht mehr ansah; aber goss zugleich eine Niedergeschlagenheit über ihr ganzes
Wesen aus, welche die edle Anmut ihres unnachahmlichen Tanzes auf eine
entzückende Art vergrößerte. Jeder Vorzug, den ihm ihr Herz gab, machte mich
rasend, aber verdoppelte meine Aufmerksamkeit auf alles, was zu Erhaltung meines
Endzwecks dienen konnte. Ich sah, dass sie die außerordentlichen Bemühungen und
Schmeicheleien der Hofleute bemerkte und Missfallen daran hatte. Ich nahm die
Partie, ihr lauter edle feine Ehrerbietung zu beweisen; es gefiel ihr, und sie
redete in schönem Englischen mit mir recht artig und aufgeweckt vom Tanzen als
der einzigen Ergötzlichkeit, die sie liebte. Da ich die Vollkommenheit ihrer
Menuet lobte, wünschte sie, dass ich dieses von ihr bei den englischen Landtänzen
sagen möchte, in denen sie die schöne Mischung von Fröhlichkeit und Wohlstand
rühmte, die der Tänzerin keine Vergessenheit ihrer selbst und dem Tänzer keine
willkürliche Freiheiten mit ihr
