 den ich von
diesem vortrefflichen Werke hätte wegwischen mögen, wenn es ohne zu große
Veränderungen tunlich gewesen wäre. - Wenn wir den weisesten Engländern selbst
glauben dürfen, so ist eine Dame von so schöner Sinnesart, als Fräulein
Sternheim, in England nicht weniger selten als in Deutschland. Doch, hier
spricht ein junger Engländer, welcher billig für seine Nation eingenommen sein
darf, und ein Entusiast, der das Recht hat, zuweilen unrichtig zu räsonieren.
A. d. H.
5 Man kann schwerlich sagen, dass es Gattungen von Blumen oder Pflanzen gebe,
welche nur zu Ergötzung des Auges dienten; und, soviel mir bekannt ist, kennt
man keine einzige Gattung, welche nicht entweder einen ökonomischen oder
offizinalischen Nutzen für den Menschen hätte, oder zum Unterhalt einiger Tiere,
Vögel, Insekten und Gewürm diente, folglich in Absicht des ganzen Systems unsers
Planeten wirklich einen Nutzen hätte. A. d. H.
6 Es gehört immer noch viele Einsicht dazu, den Zufall so wohl zu benutzen, und
vielleicht mehr, als einen wohlausgedachten Entwurf zu machen. Aber das ist der
große Haufe nicht fähig zu begreifen: und daher pflegt man ihn immer gerne
glauben zu lassen, was seinen Begriffen nach, denen die ihn regieren, die meiste
Ehre macht. Die Welt wird nur darum so viel betrogen, weil sie betrogen sein
will. A. d. H.
7 Wohlverstanden, dass die Spekulationen der Gelehrten, sobald sie einigen Nutzen
für die menschliche Gesellschaft haben, eben dadurch den Wert von guten
Handlungen bekommen. A. d. H.
8 Herr * * (den wir zu kennen die Ehre haben) hat uns auf Befragen gesagt, seine
Meinung sei eigentlich diese gewesen: Er habe an dem Fräulein von St. eine
gewisse Neigung, über moralische Dinge aus allgemeinen Grundsätzen zu
räsonieren, Distinktionen zu machen und ihren Gedanken eine Art von
systematischer Form zu geben, wahrgenommen und zugleich gefunden, dass ihr gerade
dieses am wenigsten gelingen wolle. Ihn habe bedünkt, das, worin ihre Stärke
liegt, sei die Feinheit der Empfindung, der Beobachtungsgeist und eine
wunderbare und gleichsam zwischen allen ihren Seelenkräften abgeredete
Geschäftigkeit derselben, bei jeder Gelegenheit die Güte ihres Herzens tätig zu
machen; und dieses habe er eigentlich dem Fräulein von St. sagen wollen. H.
9 Ich habe so viel Wahres und zugleich dem eigentümlichen Charakter des Geistes
der Fräulein von St. so Angemessenes in diesem Gleichnisse gefunden, dass ich
mich nicht entschließen konnte, etwas davon zu ändern, ungeachtet ich sehr wohl
empfinde, dass das Feuer der Untersuchung und das Wasser der Widerwärtigkeit
keine Gnade vor der Kritik finden können und wirklich in Bunyans Pilgrimsreise
besser an ihrem Platze sind als in diesem Buche. H.
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