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welchen Schriften von derjenigen Gattung, worunter Ihre Sternheim gehört,
stiften können, wofern sie gut sind. Alle Vernünftigen sind über diesen Punkt
einer Meinung, und es würde sehr überflüssig sein, nach allem, was Richardson,
Fielding und so viele andere hierüber gesagt haben, nur ein Wort zur Bestätigung
einer Wahrheit, an welcher niemand zweifelt, hinzuzusetzen. Ebenso gewiss ist es,
dass unsre Nation noch weit entfernt ist, an Original-Werken dieser Art, welche
zugleich unterhaltend und geschickt sind, die Liebe der Tugend zu befördern,
Überfluss zu haben. Sollte diese gedoppelte Betrachtung nicht hinlänglich sein,
mich zu rechtfertigen? Sie werden, hoffe ich, versucht werden, dieser Meinung zu
sein, oder wenigstens mir desto leichter verzeihen, wenn ich Ihnen ausführlicher
erzähle, wie der Gedanke, Sie in eine Schriftstellerin zu verwandeln, in mir
entstanden ist.
    Ich setzte mich mit allem Phlegma, welches Sie seit mehreren Jahren an mir
kennen, hin, Ihre Handschrift zu durchlesen. Das Sonderbare, so Sie gleich in
den ersten Blättern der Mutter Ihrer Heldin geben, war, meinem besonderen
Geschmack nach, geschickter, mich wider sie als zu ihrem Vorteil einzunehmen.
Aber ich las fort, und alle meine kaltblütige Philosophie, die späte Frucht
einer vieljährigen Beobachtung der Menschen und ihrer grenzenlosen Torheit,
konnte nicht gegen die Wahrheit und Schönheit Ihrer moralischen Schilderungen
aushalten; mein Herz erwärmte sich; ich liebte Ihren Sternheim, seine Gemahlin,
seine Tochter, und sogar - seinen Pfarrer, einen der würdigsten unter allen
Pfarrern, die ich jemals kennengelernt habe. Zwanzig kleine Misstöne, welche der
sonderbare und an das Entusiastische angrenzende Schwung in der Denkungsart
Ihrer Sternheim mit der meinigen macht, verloren sich in der angenehmsten
Übereinstimmung ihrer Grundsätze, ihrer Gesinnungen und ihrer Handlungen mit den
besten Empfindungen und mit den lebhaftesten Überzeugungen meiner Seele. Möchten
doch, so dacht' ich bei hundert Stellen, möchten meine Töchter so denken, so
handeln lernen wie Sophie Sternheim! Möchte mich der Himmel die Glückseligkeit
erfahren lassen, diese ungeschminkte Aufrichtigkeit der Seele, diese sich immer
gleiche Güte, dieses zarte Gefühl des Wahren und Schönen, diese aus einer innern
Quelle stammende Ausübung jeder Tugend, diese ungeheuchelte Frömmigkeit, welche,
anstatt der Schönheit und dem Adel der Seele hinderlich zu sein, in der ihrigen
selbst die schönste und beste aller Tugenden ist, dieses zärtliche,
mitleidsvolle, wohltätige Herz, diese gesunde, unverfälschte Art von den
Gegenständen des menschlichen Lebens und ihrem Werte, von Glück, Ansehen und
Vergnügen zu urteilen - kurz, alle Eigenschaften des Geistes und Herzens, welche
ich in diesem schönen moralischen Bilde liebe, dereinst in diesen
liebenswürdigen Geschöpfen ausgedrückt zu sehen, welche schon in ihrem
kindischen Alter die süßeste Wollust meiner itzigen und
