 der schönen Danae erfahren haben Wir wissen freilich was
wir ungefähr von ihr denken sollen; allein in seinen Augen war sie eine Göttin;
und zu ihren Füßen liegend konnte er, zumal bei der Verbindlichkeit, die er ihr
hatte, natürlicher Weise, diese Danae nicht mit einer so philosophischen
Gleichgültigkeit ansehen, wie wir andern.
    Agaton war nun also ein Hausgenosse der schönen Danae, und entfaltete mit
jedem Tage neue Verdienste, die ihn dieses Glücks würdig zeigten, und die seine
geringe Achtung für den Hippias ihn verhindert hatte, in dessen Hause sehen zu
lassen. Da nebst den besonderen Ergötzungen des Landlebens diese feinere Art von
Belustigungen, an denen der Witz und die Musen den meisten Anteil haben, die
hauptsächlichste Beschäftigung war, wozu man die Zeit in diesem angenehmen
Aufenthalt anwendete; so hatte er Gelegenheit genug, seine Talente von dieser
Seite schimmern zu lassen; und seine bezauberte Phantasie gab ihm so viele
Erfindungen an die Hand, dass er keine andre Mühe hatte, als diejenigen
auszuwählen, die er am geschicktesten glaubte, seine Gebieterin und die kleine
Gesellschaft von vertrauten Freunden, die sich bei ihr einfanden, zu ergötzen.
So weit war es schon mit demjenigen gekommen, der vor wenigen Wochen es für eine
geringschätzige Bestimmung hielt, in der Person eines unschuldigen Anagnosten
die Jonischen Ohren zu bezaubern.
    In der Tat können wir länger nicht verbergen, dass diese unbeschreibliche
Empfindung (wie er dasjenige nannte was ihm die schöne Danae eingeflößt hatte)
dieses ich weiß nicht was, welches wir, so wenig er es auch gestanden hätte,
ganz ungescheut Liebe nennen wollen, in dem Lauf von wenigen Tagen so sehr
zugenommen hatte, dass einem jeden andern als einem Agaton die Augen über den
wahren Zustand seines Herzens aufgegangen wären. Wir wissen wohl, dass die
Umständlichkeit unsrer Erzählung bei diesem Teile seiner Geschichte, den
Ernstaftern unter unsern Lesern, wenn wir anders dergleichen haben werden, sehr
langweilig vorkommen wird. Allein die Achtung, die wir ihnen schuldig sind, kann
uns nicht verhindern, uns die Vorstellung zu machen, dass diese Geschichte
vielleicht künftig, und wenn es auch nur aus einem Gewürzladen wäre, einem
jungen noch nicht ganz ausgebrüteten Agaton in die Hände fallen könnte, der aus
einer genauern Beschreibung der Veränderungen, welche die Göttin Danae nach und
nach in dem Herzen und der Denkungsart unsers Helden hervorgebracht, sich
gewisse Beobachtungen und Kautelen ziehen könnte, von denen er vielleicht einen
guten Gebrauch zu machen Gelegenheit bekommen möchte. Wir glauben also, wenn wir
diesem zukünftigen Agaton zu Gefallen uns die Mühe nehmen, der Leidenschaft
unsers Helden von der Quelle an in ihrem wiewohl noch geheimen Lauf nachzugehen,
desto eher entschuldiget zu sein, da es allen übrigen, die mit diesen Anecdoten
nichts zu machen wissen, frei
