 seine eigne
Befriedigung? Bin ich ihnen etwan einige Hochachtung oder Dankbarkeit dafür
schuldig, dass sie für meine Bedürfnisse oder für mein Vergnügen arbeiten? Ich
bin schuldig, sie dafür zu bezahlen; das ist alles was sie wollen, und alles was
sie an mich fordern können.
    Himmel! - - so deucht mich, höre ich hier einige rührende Stimmen ausrufen -
- ist's möglich? Konnte Agaton so denken? So klein, so unedel - - So kalt,
meine schönen Damen, so kalt! Und sie werden mir gestehen, dass man in einer
Einkerkerung von zween oder drei Monaten, die man sich ganz allein durch große
und edle Gesinnungen zugezogen, gute Gelegenheit hat, sich von der Hitze der
großmütigen Schwärmerei ein wenig abzukühlen - - Aber was wird nun aus der
Tugend unsers Helden werden? - - Was ist die Tugend ohne dieses schöne Feuer,
ohne diese erhabene Begeisterung, welche den Menschen über die übrigen seiner
Gattung, welche ihn über sich selbst erhöht, und zu einem allgemeinen Wohltäter,
zu einem Genius, zu einer subalternen Gottheit macht? - - Wir gestehen es, sie
ist ohne diese äterische Flamme ein sehr unansehnliches, sehr wenig glänzendes
Ding - - »Und wie traurig ist es, die Tugend unsers Helden gerade da unterliegen
zu sehen, wo sie sich in ihrer grössesten Stärke zeigen sollte? - - Wie? - -
erliegen, weil man Widerstand findet? Die gute Sache aufgeben, weil man, und
vielleicht ohne Not, an einem glücklichen Ausgang verzweifelt? Was ist denn die
wahre Tugend anders, als ein immerwährender Streit mit den Leidenschaften,
Torheiten und Lastern - - in uns, und außer uns?« - - Vortrefflich! - - und in
Bunyans Reise so wohl ausgeführt, meine Herren, dass ihr uns hier weiter nichts
zu sagen braucht. Es ist bedaurlich, dass unser Held seine Rolle nicht besser
behauptet - - Aber allem Ansehen nach, war er wohl niemals ein Held - - und wir
hatten Unrecht ihm einen so ehrenvollen Namen beizulegen - - »Das eben nicht; er
fing vortrefflich an; er war ein Held, da er sich den zudringlichen Liebkosungen
der verführischen Pytia entriss« - - Das konnte die scheue und schamhafte
Unschuld der unbärtigen Jugend getan haben; und liebte er damals nicht die
schöne Psyche? - - »So verdiente er doch ein Held genennt zu werden, als er den
Mut hatte, sich eines verlassenen Unschuldigen gegen eine mächtige Partei
anzunehmen?« - - Ihr könntet vielleicht eben soviel aus Ehrgeiz - - oder aus Hass
gegen einen der Feinde eures Klienten- - oder aus einer geheimen Absicht auf die
Gemahlin eures Klienten - - oder um vierzig tausend Livres aus der Kasse eures
Klienten tun
