, welche, erfreut über den Beitritt eines Mannes, der durch seine
Talente und seine Gunst beim Volke ihrer Partei das Übergewicht zu geben
vermögend war, ihm hinwieder die ganze Beschaffenheit der Angelegenheiten Dions,
die Anzahl seiner Freunde, und die geheimen Anstalten entdeckten, welche in
Erwartung irgend eines günstigen Zufalls, bereits zu seiner Zurückkunft nach
Sizilien gemacht worden waren: Und so wurde Agaton in kurzer Zeit aus einem
Freund und ersten Minister des Dionys, das Haupt einer Konspiration gegen ihn,
an welcher alle diejenigen Anteil nahmen, die aus edleren oder eigennützigern
Bewegursachen, mit der gegenwärtigen Verfassung unzufrieden waren. Agaton
entwarf einen Plan, wie die ganze Sache geführt werden sollte; und dieses setzte
ihn in einen geheimen Briefwechsel mit Dion. Wodurch die bessere Meinung, welche
einer von dem andern zu fassen angefangen hatte, immer mehr befestiget wurde.
Der Hof, in Lustbarkeiten und ein wollüstiges Vergessen aller Gefahren
versunken, begünstigte den Fortgang der Konspiration durch eine Sorglosigkeit,
welche so wenig natürlich schien, dass die Zusammenverschwornen dadurch
beunruhiget wurden. Sie verdoppelten ihre Wachsamkeit, und (was bei
Unternehmungen von dieser Art am meisten zu bewundern, und dennoch sehr
gewöhnlich ist) ungeachtet der großen Anzahl derjenigen, die um das Geheimnis
wussten, blieb alles so verschwiegen, dass dem Ansehen nach niemand auf einigen
Argwohn verfallen wäre, wenn nicht auf der einen Seite die Unwahrscheinlichkeit
dass Agaton seinen Fall wirklich so gleichgültig ansehen könne als er es zu tun
schien; und auf der andern die Nachrichten, welche von den nicht sehr geheimen
Zurüstungen des Dion eingingen, den von Natur misstrauischen Philistus endlich
aufmerksam gemacht hätten. Von diesem Augenblick an wurde Agaton und alle
diejenige, welche als Freunde Dions bekannt waren, von tausend unsichtbaren
Augen aufs schärfste beobachtet; und es glückte endlich dem Philist, sich eines
Sklaven zu bemächtigen, der mit Briefen an Agaton von Athen gekommen war. Aus
diesen Briefen, welche die Ursachen enthielten, warum Dion die vorhabende
Landung in Sizilien nicht sobald, als es unter ihnen verabredet gewesen,
ausführen könne, erhellete zwar deutlich, dass Agaton und die übrigen Freunde
Dions an der eigenmächtigen Wiederkunft desselben Anteil hätten; aber von einem
Anschlag gegen die gegenwärtige Regierung und die Person des Dionys, war außer
einigen unbestimmten Ausdrücken, welche ein Geheimnis zu verbergen scheinen
konnten, nichts darin enthalten. Man kann sich die Bewegung vorstellen, welche
diese Entdeckung in dem Kabinet des Dionys verursachte. Man war sich Ursachen
genug bewusst, das ärgste zu besorgen; aber eben darum hielt Philistus für
ratsamer, die Sache als ein Staats-Geheimnis zu behandeln. Agaton wurde, unter
dem Vorwande verschiedener Staats-Verbrechen in Verhaft genommen, ohne dass dem
Publico etwas bestimmtes, am allerwenigsten aber die wahre Ursache, bekannt
wurde. Man
