 boshafte Kreatur ist. Bacchidion hat dem Staat keinen Schaden getan, und
Kleonissa wird unendlich viel Böses tun - - Aus dieser Betrachtung (unterbrach
ihn Agaton) habe ich mich für jene und gegen diese erklärt - Und doch war es
leicht vorherzusehen, dass Kleonissa siegen würde, sagte Aristipp - - Aber ein
rechtschaffener Mann, Aristipp, erklärt sich nicht für die Partei, welche siegen
wird, sondern für die, welche Recht, oder doch am wenigsten Unrecht hat - - Mein
lieber Agaton, ein rechtschaffener Mann muss, so bald er an einem Hofe leben
will, sich eines guten Teils von seiner Rechtschaffenheit abtun, um ihn seiner,
Klugheit zu zulegen. Ist es nicht Schade, dass so viel Gutes, das du schon getan
hast, so viel Gutes, das du noch getan haben würdest, bloß darum verloren sein
soll, weil du eine schöne Dame nicht verstehen wolltest, da sie dir's so
deutlich, dass es der ganze Hof (einen einzigen ausgenommen) verstehen konnte, zu
erkennen gab, dass sie schlechterdings - - geliebt sein wollte. Doch dieser
Fehler hätte sich vielleicht wieder gut machen lassen, wenn du nur gefällig
genug gewesen wärest, ihre Absichten auf Dionysen zu befördern. Wolltest du auch
dieses nicht, war es denn nötig ihr entgegen zu sein? Was für Schaden würde
daraus erfolgt sein, wenn du neutral geblieben wärest? Die kleine Bacchidion
würde nicht mehr getanzt haben, und Kleonissa hätte die Ehre gehabt, ihren Platz
einzunehmen, bis er ihrer eben so wohl überdrüssig geworden wäre als so vieler
andrer. Das wäre alles gewesen. Und gesetzt, du hättest auch die Gewalt über ihn
mit ihr teilen müssen; so würdest du ihr wenigstens das Gleichgewicht gehalten,
und noch immer Ansehen genug behalten haben, viel Gutes zu tun. Dem Schein nach
in gutem Vernehmen mit ihr, würde dir dein Platz, und die Vertraulichkeit mit
dem Prinzen tausend Gelegenheiten gegeben haben, sie, so bald ihre
Gunstbezeugungen aufgehört hätten, etwas neues für ihn zu sein, unvermerkt und
mit der besten Art von der Welt wieder auf die Seite zu schaffen - - Aber ich
kenne dich zu gut, Agaton; du bist nicht dazu gemacht dich zu Verstellung,
Ränken und Hofkünsten herabzulassen; dein Herz ist zu edel, und wenn ich es
sagen darf, deine Einbildungs-Kraft zu warm, um dich jemals zu der Art von
Klugheit zu gewöhnen, ohne welche es unmöglich ist, sich lange in der Gunst der
Großen zu erhalten. Auch kenne ich den Hof nicht, welcher wert wäre, einen
Agaton an seiner Spitze zu haben. Das alles hätte ich dir ungefähr vorher sagen
können, als ich dich überreden half, dich mit Dionysen einzulassen; aber es
