 der verliebten
Torheit lange genug ergötzt haben würde- - ihn endlich auf einmal die ganze
Schwere der kaltsinnigsten Verachtung fühlen lassen. So wohlausgesonnen diese
Rache war; so eifrig und mit so vieler Geschicklichkeit wurden die Anstalten
dazu ins Werk gesetzt; und wir müssen gestehen, dass wenn der Erfolg eines
Projects allein von der guten Ausführung abhinge, die schöne Kleonissa den
vollständigsten Triumph hätte erhalten müssen, der jemals über den Trotz eines
widerspenstigen Herzens erhalten worden wäre. Ob diese Dame, wenn Agaton sich
in ihrem Netze gefangen hätte, fähig gewesen wäre, die Rache so weit zu treiben
als sie sich selbst versprochen hatte? - - ist eine problematische Frage, deren
Entscheidung vielleicht sie selbst, wenn der Fall sich ereignet hätte, in keine
kleine Verlogenheit gesetzt haben würde. Aber Agaton ließ es nicht so weit
kommen. Er legte eine neue Probe ab, dass es nur einer Danae gegeben war, die
schwache Seite von seinem Herzen ausfündig zu machen. Kleonissa hatte bereits
die Hälfte ihrer Künste erschöpft, ehe er nur gewahr wurde, dass ein Anschlag
gegen ihn im Werke sei; und von dem Augenblick, da er es gewahr wurde, stieg
sein Kaltsinn, nach dem Verhältnis wie ihre Bemühungen sich verdoppelten, auf
einen solchen Grad; oder deutlicher zu reden, der Absatz, den ihre zuletzt bis
zur Unanständigkeit getriebene Nachstellungen mit der affectierten Erhabenheit
ihrer Denkungs-Art, und mit der Majestät ihrer Tugend machten, tat eine so
schlimme Wirkung bei ihm, dass die schöne Kleonissa sich genötigt sah, die
Hoffnung des Triumphs, womit sich ihre Eitelkeit geschmeichelt hatte, gänzlich
aufzugeben. Die Wut, in welche sie dadurch gesetzt wurde, verwandelte sich nach
und nach in den vollständigsten Hass, der jemals (mit Shakespear zu reden) die
Milch einer weiblichen Brust in Galle verwandelt hat. Alles was sie ihrer Tugend
in diesen Umständen zu tun gab, war, die Bewegungen dieser Leidenschaft so
geschickt zu verbergen, dass weder der Hof noch Agaton selbst gewahr wurde, mit
welcher Ungeduld sie sich nach einer Gelegenheit sehnte, ihn die Wirkungen davon
empfinden zu lassen.
    In dieser Situation befanden sich die Sachen, als Dionys, des ruhigen
Besitzes der immer gefälligen Bacchidion, und ihrer Tänze überdrüssig, sich zum
ersten mal einfallen ließ, die Beobachtung zu machen, dass Kleonissa schön sei.
Er hatte sie noch nicht lange mit einiger Aufmerksamkeit beobachtet, so deuchte
ihn, dass er noch nie keine so schöne Kreatur gesehen habe; und nun fing er an
sich zu verwundern, dass er diese Beobachtung nicht eher gemacht habe. Endlich
erinnerte er sich, dass die Dame sich jederzeit durch eine sehr spröde Tugend und
einen erklärten Hang für die Metaphysik unterschieden hatte; und nun zweifelte
er nicht mehr, dass
