, und alles zusammen genommen,
tugendhafter gewesen wäre, als Agaton.
    Es ist möglich, dass irgend ein junger Taugenichts, wenn er sieht, dass ein
Agaton den reizenden Verführungen der Liebe und einer Danae endlich unterliegt,
eben den Gebrauch davon machen kann, welchen der junge Chärea beim Terenz von
einem Gemälde machte, welches eine von den Schelmereien des Vater Jupiters
vorstellte, - und dass er, wenn er mit herzlicher Freude gelesen haben wird, dass
ein so vortrefflicher Mann habe fallen können, zu sich selbst sagen mag: Ego
homuncio hoc non facerem? ego vero illud faciam ac lubens.
    Es ist eben so möglich, dass ein übelgesinnter oder ruchloser Mensch, den
Discurs des Sophisten Hippias lesen, und sich einbilden kann, die Rechtfertigung
seines Unglaubens und seines lasterhaften Lebens darin zu finden: Aber alle
rechtschaffnen Leute werden mit uns überzeugt sein, dass dieser junge Bube, und
dieser ruchlose Freigeist beides gewesen und geblieben wären, wenn gleich keine
Geschichte des Agaton in der Welt wäre.
    Dieses letztere Beispiel führt uns auf eine Erläuterung, wodurch wir der
Schwachheit gewisser gutgesinnter Leute, deren Wille besser ist, als ihre
Einsichten, zu Hilfe zu kommen, und und sie vor unzeitig genommenem Ärgernis
oder ungerechten Urteilen zu verwahren, uns verbunden glauben. Wir gestehen
gerne, dass in das Bewusstsein der Redlichkeit unsrer Absichten eingehüllt, nicht
daran gedacht hätten, dass diese Sorgfalt nötig wäre, wenn uns nicht die
Anmerkung stutzen gemacht hätte, welche einer unsrer Freunde, ohne unser
Vorwissen, auf der Seite pag. * unter den Text zu setzen, gut befunden.
    Diese Erläuterung betrifft die Einführung des Sophisten Hippias in unsere
Geschichte, und den Discurs, wodurch er den Agaton von seinem liebenswürdigen
und tugendhaften Enthusiasmus zu heilen, und zu einer Denkungsart zu bringen
hofft, welche er nicht ohne guten Grund für geschickter hält, sein Glück in der
Welt zu machen. Leute, die aus gesunden Augen gerade vor sich hin sehen, würden
ohne unser Erinnern aus dem ganzen Zusammenhang unsers Werkes, und aus der Art,
wie wir bei aller Gelegenheit von diesem Sophisten und seinen Grundsätzen reden,
ganz deutlich eingesehen haben, wie wenig wir dem Mann und dem System günstig
sind; und ob es sich gleich weder für unsere eigene Art zu denken, noch für den
Ton und die Absicht unsers Buches geschickt hätte, mit dem heftigen Eifer gegen
ihn auszubrechen, welcher einen jungen Magister treibt, wenn er, um sich seinem
Konsistorio zu einer guten Pfründe zu empfehlen, gegen einen Tindal oder
Bolingbroke zu Felde zieht: So hoffen wir doch bei vernünftigen und ehrlichen
Lesern keinen Zweifel übrig gelassen zu haben, dass wir den Hippias für einen
schlimmen und gefährlichen Mann, und sein System, (in so fern es
