
merkte, mit einer Unerschrockenheit, welche diesem keinen Triumph prophezeite,
für die Monarchie; und nachdem seine Gegner, (unter denen Antistenes und der
Sophist Protagoras alle ihre Kräfte anstrengeten, die Vorzüge der Freistaaten zu
erheben) zu reden aufgehört hatten, fing er damit an, dass er ihren Gründen noch
mehr Stärke gab, als sie selbst zu tun fähig gewesen waren. Die Aufmerksamkeit
war außerordentlich; jedermann war mehr begierig, zu hören, wie Agaton sich
selbst, als wie er seine Gegner würde überwinden können. Seine Beredsamkeit
zeigte sich in einem Lichte, welches die Seelen der Zuhörer blendete, die
Wichtigkeit des Augenblicks, der den Ausgang seines ganzen Vorhabens entschied,
die Würde des Gegenstandes, die Begierde zu siegen, und vermutlich auch die
herzliche Abneigung gegen die Democratie, welche ihm aus Athen in seine
Verbannung gefolget war; alles setzte ihn in eine Begeisterung, welche die
Kräfte seiner Seele höher spannte; seine Ideen waren so groß, seine Gemälde so
stark gezeichnet, mit so vielem Feuer gemalt, seine Gründe jeder für sich selbst
so schimmernd, und lieben einander durch ihre Zusammenordnung so viel Licht; der
Strom seiner Rede, der anfänglich in ruhiger Majestät dahinfloss, wurde nach und
nach so stark und hinreißend; dass selbst diejenigen, bei denen es zum voraus
beschlossen war, dass er Unrecht haben sollte, sich wie durch eine magische
Gewalt genötigt sahen, ihm innerlich Beifall zu geben. Man glaubte den Mercur
oder Apollo reden zu hören, die Kenner (denn es waren einige zugegen, welche
davor gelten konnten) bewunderten am meisten, dass er die Kunstgriffe
verschmähte, wodurch die Sophisten gewohnt waren, einer schlimmen Sache die
Gestalt einer guten zu geben - Keine Farben, welche durch ihren Glanz das
Betrügliche falscher oder umsonst angenommener Sätze verbergen mussten; keine
künstliche Austeilung des Lichts und des Schattens. Sein Ausdruck glich dem
Sonnenschein, dessen lebender und fast geistiger Glanz sich den Gegenständen
mitteilt, ohne ihnen etwas von ihrer eigenen Gestalt und Farbe zu benehmen.
    Indessen müssen wir gestehen, dass er ein wenig grausam mit den Republiken
umging. Er bewies, oder schien doch allen die ihn hörten zu beweisen, dass diese
Art von Gesellschaft ihren Ursprung in dem wilden Chaos der Anarchie genommen,
und dass die Weisheit ihrer Gesetzgeber sich mit schwachem Erfolg bemüht hätte,
Ordnung und Konsistenz in eine Verfassung zu bringen, welche ihrer Natur nach,
in steter Unruh und innerlicher Gärung alle Augenblicke Gefahr laufe, sich durch
ihre eigene Kräfte aufzureiben, und welche des Ruhestandes so wenig fähig sei,
dass eine solche Ruhe in derselben vielmehr die Folge der äußersten Verderbnis,
und gleich einer Windstille auf dem Meer, der gewisse Vorbote des Sturms und
Untergangs sein würde. Er zeigte, dass die Tugend,
