 Das war die einzige Rücksicht, die
er dabei auf sich selbst machte. Die lebhafte Abneigung, die er, aus eigener
Erfahrung gegen alle populare Regierungs-Arten gefasst hatte, ließ ihn nicht
daran denken, den Sicilianern zu einer Freiheit behilflich zu sein, welche er
für einen bloßen Namen hielt, unter dessen Schutz die Edelen eines Volkes und der
Pöbel einander wechselweise ärger tyrannisieren als es irgend ein Tyrann zu tun
fähig ist; der so arg er immer sein mag, doch durch seinen eigenen Vorteil
abgehalten wird, seine Sklaven gänzlich aufzureiben; - da hingegen der Pöbel,
wenn er die Gewalt einmal an sich gerissen hat, seinen wilden Bewegungen keine
Grenzen zu setzen fähig ist. Diese Reflexion traf zwar nur die Democratie; aber
Agaton hatte von der Aristocratie keine bessere Meinung. Eine endlose Reihe von
schlimmen Monarchen schien ihm etwas, das nicht in der Natur ist; und ein
einziger guter Fürst, war, nach seiner Voraussetzung, vermögend, das Glück
seines Volkes auf ganze Jahrhunderte zu befestigen; da hingegen (seiner Meinung
nach) die Aristocratie anders nicht als durch die gänzliche Unterdrückung des
Volks auf einen dauerhaften Grund gesetzt werden könne, und also schon aus
dieser einzigen Ursache die schlimmste unter allen möglichen Verfassungen sei.
So sehr gegen diese beide Regierungs-Arten eingenommen als er war, konnte er
nicht darauf verfallen, sie mit einander vermischen, und durch eine Art von
politischer Chemie aus so widerwärtigen Dingen eine gute Komposition
herausbringen zu wollen. Eine solche Verfassung deuchte ihn allzuverwickelt, und
aus zu vielerlei Gewichtern und Rädern zusammengesetzt, um nicht alle
Augenblicke in Unordnung zu geraten, und sich nach und nach selbst aufzureiben.
Die Monarchie schien ihm also, von allen Seiten betrachtet, die einfacheste,
edelste, und der Analogie des großen Systems der Natur gemässeste Art die
Menschen zu regieren; und dieses vorausgesetzt, glaubte er alles getan zu haben,
wenn er einen zwischen Tugend und Laster hin und her wankenden Prinzen aus den
Händen schlimmer Ratgeber ziehen; durch einen klugen Gebrauch der Gewalt, die er
über sein Gemüt zu bekommen hoffte, seine Denkungs-Art verbessern; und ihn nach
und nach durch die eigentümlichen Reizungen der Tugend endlich vollkommen
gewinnen könnte. Und gesetzt auch, dass es ihm nur auf eine unvollkommene Art
gelingen würde; so hoffte er, wofern er sich nur einmal seines Herzens
bemeistert haben würde, doch immer im Stande zu sein, viel gutes zu tun, und
viel Böses zu verhindern, und auch dieses schien ihm genug zu sein, um beim
Schluss der Action mit dem belohnenden Gedanken, eine schöne Rolle wohl gespielt
zu haben, vom Theater abzutreten. In diesen sanfteinwiegenden Gedanken
schlummerte Agaton endlich ein, und schlief noch, als Aristippus des folgenden
Morgens wiederkam,
