 Idee einer Lebens-Art, welche (Dank
seiner dichterischen Phantasie!) mehr das Leben eines Gottes, als eines
Sterblichen schien. Danae glänzte darin aus einem Himmel von lachenden Bildern
der Freude und Glückseligkeit hervor. Entzückt von diesen angenehmen Träumen,
beschloss er bei sich selbst, sein Schicksal auf immer mit dem ihrigen zu
vereinigen. Er hielt sie für würdig, diesen Agaton glücklich zu machen, welcher
zu stolz gewesen wäre, das schimmerndste Glück aus der Hand eines Königs
anzunehmen. Dieser Entschluss, welcher bei tausend andern eine nur sehr
zweideutige Probe der Liebe sein würde, war in der Tat, nach seiner Art zu
denken, der Beweis, dass die seinige auf den höchsten Grad gestiegen war.
    In einem für die Absichten der Danae so günstigen Gemüts-Zustand befand er
sich, als Hippias ihm einen Besuch machte, um sich auf eine Freundschaftliche
Art über die Einsamkeit zu beklagen, worin er seit der Entfernung der schönen
Danae lebte. Danae sollte zu frieden sein, sagte er in scherzhaftem Ton, den
liebenswürdigen Kallias für sich allein zu behalten, wenn sie gegenwärtig sei;
aber ihn auch in ihrer Abwesenheit der Welt zu entziehen, das sei zuviel, und
müsse endlich die Folge haben, die Schönen zu Smyrna in eine allgemeine
Zusammenverschwörung gegen sie zu ziehen. Agaton beantwortete diesen Scherz in
dem nämlichen Ton; unvermerkt wurde das Gespräch interessant, ohne dass der
Sophist eine besondere Absicht dabei zu haben schien. Er bemühte sich seinem
Freunde zu beweisen, dass er Unrecht habe, der Gesellschaft zu entsagen, um sich
mit den Dryaden von seiner Liebe zu besprechen, und die Zephyrs mit Seufzern und
Botschaften an seine Abwesende zu beladen. Er malte ihm mit verführischen Farben
die Vergnügungen vor, deren er sich beraube, und vergaß auch das Lächerliche
nicht, welches er sich durch eine so seltsame Laune in den Augen der Schönen
gebe. Seiner Meinung nach sollte ein Kallias sich an einer einzigen Eroberung,
so glänzend sie auch immer sein möchte, nicht begnügen lassen; er, dem seine
Vorzüge das Recht geben, seinem Ehrgeiz in dieser Sphäre keine Grenzen zu
setzen, und der nur zu erscheinen brauche um zu siegen. Er bewies die Wahrheit
dieser Schmeichelei mit den besonderen Ansprüchen, welche einige von den
berühmtesten Schönheiten zu Smyrna auf ihn machten; seinem Vorgeben nach, lag es
nur an Agaton, seine Eitelkeit, seine Neubegier und seinen Hang zum Vergnügen
zu gleicher Zeit zu befriedigen, und auf eine so mannichfaltige Art glücklich zu
sein, als sich die verzärteltste Einbildung nur immer wünschen könne.
    Agaton hatte auf alle diese schöne Vorspieglungen nur Eine Antwort - -
seine Liebe zu Danae. Der Sophist fand sie unzulänglich. Eben diese Ursachen,
welche seine Liebe zu Danae hervorgebracht hatten,
