 gehörte, wie ich ihnen
schon gesagt habe, einem Zauberer, dem seine Wissenschaft eine fast
unumschränkte Macht über alle Elemente gab. Allein seine Macht über die Herzen
war desto eingeschränkter. Zum Unglück war er, trotz seinem hohen Alter und
einem schneeweißen Bart, der ihm bis an die Gürtel herab hing, eine der
verliebtesten Seelen, die jemals gewesen sind. Er verliebte sich in mich, und ob
er gleich die Gabe nicht hatte sich wieder lieben zu machen, so hatte er doch
Macht genug um gefürchtet zu werden. Bewundern sie die Wunderlichkeit des
Schicksals; ich versagte ihm mein Herz, welches zu gewinnen er sich alle nur
ersinnliche Mühe gab, und überließ ihm meine Person, die ihm zu nichts nütze
war. Vor langer Weile wurde er endlich eifersüchtig, aber so eifersüchtig, dass
es nicht auszustehen war. Er hatte die schönsten Sylphen zu seiner Bedienung,
und doch ärgerte er sich über die unschuldigsten Freiheiten, die wir mit
einander nahmen. Er brauchte einen nur in meinem Zimmer oder auf meinem Sopha
anzutreffen, so war ich schon gewiss dass ich ihn nicht wieder zu sehen bekam. Ich
verlangte von ihm, dass er sich auf meine Tugend verlassen sollte, aber auch
diese schien dem Unglaubigen keine hinlängliche Bürgschaft gegen ein Schicksal,
das er so wohl zu verdienen sich bewusst war. Kurz, er schaffte alle Sylphen ab,
und nahm zu unsrer Bedienung lauter Gnomen an, kleine missgeschaffene Zwerge, bei
deren bloßen Anblick ich vor Ekel hätte ohnmächtig werden mögen. Allein wie die
Gewohnheit endlich alles erträglich macht, so versöhnte sie mich nach und nach
mit der Figur dieser Gnomen, und machte, dass ich zuletzt possierlich fand, was
mir anfangs abscheulich vorgekommen war. Es war keiner unter allen, der nicht
etwas übermässiges in seiner Bildung gehabt hätte. Der eine hatte einen Höcker
wie ein Kamel, der andere eine Nase, die ihm bis über den Mund herab hing, der
dritte Ohren wie ein Faun, und ein Maul, das ihm den Kopf in zwo Halbkugeln
spaltete, der vierte einen ungeheuren Wanst; kurz, eine Chinesische
Einbildungskraft kann nichts abenteurlichers erfinden als die Gesichter und
Figuren dieser Zwerge. Allein der alte Padmanaba hatte nicht bemerkt, dass sich
unter seinen Aufwärtern einer befand, der in einem gewissen Sinn gefährlicher
war als der schönste Sylphe von der Welt. Nicht, dass er weniger hässlich gewesen
wäre, als die übrigen; aber durch ein seltsames Spiel der Natur war bei ihm ein
Verdienst, was bei andern zu nichts diente als die Augen zu beleidigen.
    Ich weiß nicht, ob sie mich verstehen, Prinz Biribinker?
    Nicht allzuwohl, versetzte der Prinz, aber erzählen sie nur weiter,
vielleicht werden sie in der Folge deutlicher werden.
    Es stund
