 sind.
    In einer so sympatetischen Gesellschaft wie diese war, konnte die
Konversation nicht lange gleichgültig bleiben. Das Gespräch lenkte sich
unvermerkt auf den sonderbaren Zufall, der unsern Helden und Don Eugenio mit
einander bekannt gemacht hatte, und der Anteil, den die schöne Hyacinthe an
diesem Abenteuer hatte, erweckte bei denen, die von ihrer Geschichte noch nicht
umständlich unterrichtet waren, eine desto gerechtere Neugier, da ihre
liebenswürdige Eigenschaften bereits jedes Herz für sich eingenommen hatten.
Denn selbst Don Sylvio, so gleichgültig ihn seine Leidenschaft für die Donna
Felicia gegen alle andere Reizungen hätte machen sollen, empfand wider seinen
Willen eine Art von Zuneigung für sie, die er sich selbst nicht recht erklären
konnte, und die ohne die Unruhe, das Feuer, und die Begierde der Liebe zu haben,
alle Zärtlichkeit derselben zu haben schien.
    Die schöne Hyacinthe hatte keine Ursache vor einer von den gegenwärtigen
Personen ein Geheimnis aus ihrer Geschichte zu machen und hingegen sehr
wichtige, sie zu entdecken. Die Leidenschaft des Don Eugenio, dasjenige, was er
schon für sie getan, die Absichten die er mit ihr hatte, und vermutlich auch die
Hauptumstände ihres Lebens waren wirklich schon bekannt, und so groß auch die
Achtung war, womit ihr Donna Felicia begegnete, so besorgte sie doch, dass man
Vorurteile gegen sie gefasst haben könnte, welche sie desto mehr zu vernichten
begierig war, da sie einen so festen Entschluss, als eine Verliebte nur immer
fassen kann, gefasst hatte, ihrem Verständnis mit Don Eugenio ein Ende zu machen.
Sie machte also keine Schwierigkeiten, der Bitte ihres Liebhabers, die von Donna
Felicia und Don Sylvio unterstützt wurde, durch Erzählung ihrer Begebenheiten
genug zu tun, auf welche unser Held desto begieriger war, da er nicht zweifelte,
dass die Feen keinen geringen Anteil an demselben haben würden.
 
                                Elftes Kapitel
                            Geschichte der Hyazinte
Wenn es richtig ist, wie ich zu glauben geneigt bin, fing die schöne Hyacinthe
ihre Erzählung an, dass ein Frauenzimmer desto schätzbarer ist, je weniger sie
von sich zu reden macht so bin ich unglücklich genug, dass ich in einem Alter,
worin die meisten kaum angefangen haben unter den Flügeln einer zärtlichen
Mutter schüchtern hervor zu schleichen, eine Erzählung meiner Begebenheiten zu
machen habe; und ich würde in der Tat untröstbar deswegen sein, wenn ich die
Schuld davon mir selbst beizumessen hätte.
    Alles was ich Ihnen von meiner Abkunft sagen kann, ist, dass ich nichts davon
weiß. Ich erinnere mich zwar, wiewohl nur ganz dunkel, der Zeit, da mich eine
schon bejahrte Zigeunerin, von der ich erzogen worden bin, in ihre Gewalt bekam;
ich war noch sehr klein, und mich deucht, dass ich in einem großen Hause gewesen
war, und etliche
