 ruhigen Besitz eines so großen
und ungeteilten Beifalls zu lassen.
    Er ließ also nicht ab, bis sie sich erbitten ließ sich mit der schönen
Felicia in einen Wettstreit einzulassen, der in einer Gesellschaft wie diese
war, nicht anders als das allgemeine Vergnügen befördern könnte. Die beiden
Damen schienen wider die Gewohnheit ihres Geschlechts einander den Vorzug mit
einer so ungezwungenen Gutherzigkeit beizulegen, dass man Mühe hatte, an ihrer
Aufrichtigkeit zu zweifeln; Don Gabriel fand, dass es dem Paris leichter gewesen
unter den drei Göttinnen einer den goldnen Apfel zuzusprechen, als den Ausspruch
zu tun, welche unter diesen zweien allzu liebenswürdigen Musen an Schönheit der
Stimme und des Gesangs, an Behendigkeit der Finger und an Geschicklichkeit sich
aller Zauber- der Harmonie nach ihrem Belieben zu bedienen, einen Vorzug vor der
andern habe, und selbst die Liebhaber, so ausgemacht dieser Punkt bei jedem war,
gestunden doch, dass wenn es ja möglich sei eine von beiden zu übertreffen, Donna
Felicia nur von Hyacinten, und Hyacinthe nur von Donna Felicia übertroffen
werden könne.
    Unsere kleine Gesellschaft hatte so wenig lange Weile, bei dieser Art von
Unterhaltung, und die Damen waren so gefällig, dass die anbrechende
Morgen-Dämmerung sie endlich erinnern musste, dass es Zeit sei schlafen zu gehen.
    Wir wissen nicht, ob außer Don Gabriel, der sich in einem Alter von vierzig
Jahren bereits über die bewölkte und stürmische Gegend der Leidenschaften in die
immer heitere Höhe einer beinahe stoischen Seelen-Ruhe empor gearbeitet hatte,
sich jemand von den übrigen die guten Wünsche zu Nutze gemacht, die sie einander
deswegen taten. Was wir gewiss wissen, ist, dass Don Sylvio sich noch niemals in
einem Zustande befunden hatte, der dem Schlaf weniger günstig gewesen wäre. In
der Entzückung, die ihm noch immer gebunden hielt, merkte er nicht einmal, dass
sich, an statt des guten ehrlichen Pedrillo, den er weder sah noch vermisste, ein
paar junge Edelknaben in seinem Vorzimmer befanden, die sich der Ehre anmassten
ihn auszukleiden, und er war es wirklich schon, ehe er sich besann, dass er nicht
ausgekleidet sein wollte. Nachdem er nun die Knaben, die er seiner Gewohnheit
nach zu Sylphen erhob, entlassen hatte, kleidete er sich wieder an, warf sich,
der Morgen-Röte gegen über in einen weichen Lehnstuhl, und überließ sich noch
eine geraume Zeit, mit einem Vergnügen, wovon nur wenige sich einen Begriff
machen können, dem Anschauen des reizenden Gegenstandes, der noch immer, wie
gegenwärtig vor seiner bezauberten Seele schwebte. Allein er musste doch endlich
aus dieser wachenden Träumerei erwachen, und nachdem er wieder zu sich selbst
gekommen war, fing er an sich zu befragen, was er von allem dem, was ihm in
