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    Donna Hyacinthe, welche sich nicht völlig wohl befand, beurlaubte sich von
ihren Beschützern, nachdem sie ihnen, und besonders unserm Helden, für die
Großmut, womit sie ihr Leben für sie gewaget, auf eine sehr einnehmende Art
gedankt hatte.
    Don Sylvio begleitete den Don Eugenio und seinen Freund in ihr Zimmer, um
der Verbindung ihrer Wunden beizuwohnen und bediente sich des Vorwands, dass die
Ruhe das beste Heil-Mittel für sie sein werde, um ihnen bald darauf eine gute
Nacht zu wünschen.
    Diese beide junge Herren, und besonders Don Gabriel hatten sich so viel als
der Wohlstand erlaubte, bemüht, ihn zu Entdeckung seines Namens und Standes zu
veranlassen, ohne etwas anders als abgebrochene und geheimnisvolle Äußerungen
von ihm zu erhalten, wodurch sie in den Gedanken ziemlich bestätiget wurden, dass
er eine Art von Abenteurer sein könnte. Auf der andern Seite hingegen wurden sie
durch seine Schönheit, das edle Ansehen seiner Person, seine Tapferkeit und die
Höflichkeit seines Betragens desto stärker zu seinem Vorteil eingenommen, da es
leicht zu bemerken war, dass er alle diese Vorzüge der Natur allein zu danken
hatte. Denn ob er gleich diejenige Art von Höflichkeit besaß, die von dem
conventionellen Wohlstand unabhängig ist und daher bei allen Nationen dafür
erkannt wird, weil sie bloß in dem Ausdruck einer leutseligen Gemütsart und in
der Verbindung einer gewissen Achtung gegen uns selbst mit derjenigen, die wir
andern schuldig sind, besteht: So fehlte es doch seinen Manieren gänzlich an dem
Ton, der damals unter derjenigen Art von Leuten, die man die gute Gesellschaft
nennt, in den vornehmsten Städten von Spanien herrschte. Eben dieses fiel auch
in seiner Kleidung und in seinem Putz in die Augen, und insonderheit machte das
große Schlachtschwert, das an seiner Seite hing, mit seinem übrigen Ansehen
einen so lächerlichen Absatz, dass man nicht wusste, was man davon denken sollte.
    Indessen nun, dass die beiden Ritter ihre Neugier auf den folgenden Tag
vertrösteten, erfreute sich Don Sylvio seines Orts nicht wenig, dass er glücklich
genug gewesen war, einer von den liebenswürdigsten Princessinnen in der Welt,
und einem jungen Prinzen oder Ritter, der ihrer vollkommen würdig zu sein
schien, Dienste zu leisten; und da er nicht zweifelte, dass sich irgend eine
große Fee ihres Schicksals annehmen werde, so hoffte er, diese neue
Bekanntschaft könnte vielleicht in der Folge einen günstigen Einfluss in seine
eigene Angelegenheiten haben. Diese lagen ihm zu nah am Herzen, als dass er sich
lange mit andern Betrachtungen hätte beschäftigen können; das Bild seiner
geliebten Prinzessin, ihre klägliche Verwandlung, die Nachstellungen der Fee
Fanferlüsch, kurz, alles was ihm seit einigen Tagen begegnet war, bemächtigte
sich also wieder seiner ganzen Einbildungskraft, und nachdem er sich ein
