; man sprach von der
Oeconomie; es wurden fette und magere Jahre prophezeiet, die Speicher wurden
angefüllt und ausgeleert, beiläufig wurde das Kapitel von Knechten und Mägden
auch abgehandelt; alles, was sich von trägem Gesinde sagen lässt, das wurde
angebracht. Eine solche Unterredung schickte sich nicht für die Großen eines
Reichs, der Schauplatz hatte sich geändert, und es gefiel mir, ihn in die
Schenke zu versetzen. Nun stellte ich mir die Herren als lauter ehrbare Männer
aus der Gemeinde vor. Weil ich immer bemerkte, dass sie, ungeachtet der
gleichgültigen Materie, davon gesprochen wurde, doch die gewöhnliche
Vertraulichkeit diesmal bei Seite setzten: so kam mir das nicht anders vor, als
wenn ich unsere Gerichtsschöppen und Nachbarn mit einander reden hörte. Diese
sprechen nicht mehr vertraut mit einander, seit dem einer, der seinen Witz zur
Unzeit über die schwarzen Frohnsemmeln ausgelassen, und von andern ist verraten
worden, hat in den Turm kriechen müssen. Jeder sieht jetzo seinen Nachbar als
seinen Verräter an, wenn er ihm auch gleich eines zutrinket. Es ist Zeit, dass
ich meinen Vergleichungen ein Ende mache, um Ihnen noch etwas wichtiges zu sagen
das ich bis hieher versparet habe. Wissen Sie, dass mein Onkel auf den Major
höchst eifersüchtig ist? Seine guten Grundsätze wollen nicht zulangen, ihn gegen
diese Schwachheit zu schützen; ja ich befürchte schon, dass er ihnen eine
Zeitlang Abschied geben wir, um den Major heraus zu fordern; jetzt ist die Reihe
an ihm. Der Herr v.N. hatte sich eigentlich das Plätzgen auf dem Kanape beim
Koffee ausersehen, das für meine Schwester bestimmt war. Er wachte Mine, davon
Besitz zu nehmen, da ihm der Major zuvor kam und es hernach an meine Schwester
überließ. Ich merkte, dass der alte Liebhaber sehr unzufrieden war, sich von dem
jüngeren verdrungen zu sehen. Er würde ihn auf eine freimütige Art darüber zur
Rede gesetzt haben, wenn ihn nicht der Baron zurückgehalten hätte. Das war nicht
der einzige Verdruss, den er empfand, er wollte dem Major auch nicht die Ehre
gönnen, im Spiel mit Ihnen Moitié zu machen. Wenn er nur einiger maßen billig
gesinnt wäre, so würde er daraus nichts machen, Sie ließ ihn ja an Ihrem
Spiele gewissermaßen auch Anteil nehmen, dass Sie ihm erlaubten, Ihnen den
Daumen zu halten. Schenken Sie mir einen Teil des Dankes, den Sie denen willig
erteilen, die es dahin gebracht haben, dass Sie jetzt über einen Freier lachen
können, der Ihnen noch vor kurzer Zeit so furchtbar war. Denken Sie aber nicht,
dass ich diesen Dank fordere, Sie daran zu erinnern, dass ich mich um Sie verdient
gemacht habe, Sie würden sich sehr irren,
