 die holde Mutter
meines zukünftigen Ruhms betrachten. Mein Brief wird länger, als ich im Anfang
dachte. Ich würde hier schließen, wenn ich befürchtete, Sie zu ermüden; allein
ich habe Ihnen noch ein Wort zu sagen, darüber Sie vielleicht nicht misvergnügt
sein werden.
    Neulich bat mich der Doctor Bartlett nebst dem jungen Grandison und seinem
Hofmeister zu sich, der Baronet und seine Gemahlin waren eben nach Schirleimanor
verreisst. Seine Wohnung war aufs beste ausgeschmückt, jedermann war darin
geschäftig. Der Doctor ging mit gravitätischen Schritten in seiner mit Spitzen
bebrämten Turmmütze Trepp auf, Trepp nieder, und hatte auf sein geschäftiges
Gesinde ein wachsames Auge. Wir speissten in seiner Gaststube. Weil ich glaubte,
dass er sich meinetwegen in solche Unkosten gesteckt hätte; so sann ich schon bei
dem ersten Gerichte auf ein Entschuldigungscompliment, dass ich ihm wider
Vermuten so viele Ungelegenheit verursachen sollte; allein ich hatte nicht
nötig, dieses anzubringen. Bei dem ersten Becher Wein, der herum gegeben wurde,
und der eben so wohl als die übrigen nebst dem Flaschen und Kelchgläsern mit
Ephen und Blumenkränzen gezieret war, wurde ich meines Irrtums inne. Der Doctor
nahm einen Becher in die Hand, und nachdem er sich von seinem Stuhle erhoben,
hielt er diese Anrede an uns: Geliebtesten Freunde, Sie werden sich ohne Zweifel
wundern, dass ich heute, da ich mir die Ehre Ihrer Gesellschaft erbeten habe,
wider meine Gewohnheit verschwenderisch in Anschaffung der Speise und des
Trankes gewesen scheine. Sie sehen diese Tafel mit so vielen Gerichten besetzt,
dass solche hinreichend sein würden, alle Innwohner dieses ganzen Dorfes
reichlich davon zu sättigen. Jener Schenktisch zeigt Ihnen einen Vorrat von
Weinflaschen, welche von uns kaum in vier Wochen würden können ausgeleeret
werden. Tadeln Sie mich nicht wegen einer scheinbaren Üppigkeit, ehe sie das,
was ich zu meiner Rechtfertigung sagen werde, vernommen haben. Der heutige Tag
ist in dem neuen Kalender mit einem so vortreffli-Namen bezeichnet, dass ich
glaubte, ein Recht zu haben, mir denselben zu einem Festtage zu machen.
Lampertus, was für ein nachdrückliches, was für ein schätzbares Wort ist dieses
mir, das mich an einen gelehrten, an einen vollkommenen Freund erinnert. Der 17
September wird mir hinführo allemal ein Tag der Freude sein, wie der Geburtstag
meines Gönners und seiner vortrefflichen Gemahlin. Rechtfertigen Sie,
hochansehnliche Gesellschaft, meinen Eifer, den Namenstag eines verdienstvollen
Mannes, mit dem ich durch das Band der Freundschaft aufs engste verbunden bin,
feierlich zu begehen. Es ist nicht die Ehre, Sie bei mir zu bedienen, es ist das
Vergnügen, einen Tag zu feiern, der mit meinem Freunde einerlei Namen führt,
dadurch ich bin angetrieben worden, eine halbjährige Besoldung aufzuopfern, um
durch diese
