 Wirtin vom
Herrenhofwirt erfahren hat, aus irgendwelchen Gründen damals im Herrenhof
übernachten, und das war allerdings überhaupt nicht anders als durch mich zu
erlangen. Das alles wäre genügender Anlass gewesen, dich zu meinem Liebhaber für
jene Nacht zu machen; damit aber mehr daraus würde, brauchte es auch mehr, und
dieses Mehr war Klamm. Die Wirtin behauptet nicht zu wissen, was du von Klamm
willst, sie behauptet nur, dass du, ehe du mich kanntest, ebenso heftig zu Klamm
strebtest wie nachher. Der Unterschied habe nur darin bestanden, dass du früher
hoffnungslos warst, jetzt aber in mir ein zuverlässiges Mittel zu haben
glaubtest, wirklich und bald und sogar mit Überlegenheit zu Klamm vorzudringen.
Wie erschrak ich - aber das war nur erst flüchtig, ohne tieferen Grund -, als du
heute einmal sagtest, ehe du mich kanntest, wärest du hier in die Irre gegangen.
Es sind vielleicht die gleichen Worte, welche die Wirtin gebrauchte; auch sie
sagt, dass du erst, seit du mich kanntest, zielbewusst geworden bist. Das sei
daher gekommen, dass du glaubtest, in mir eine Geliebte Klamms erobert zu haben
und dadurch ein Pfand zu besitzen, das nur zum höchsten Preise ausgelöst werden
könne. Über diesen Preis mit Klamm zu verhandeln, sei dein einziges Bestreben.
Da dir an mir nichts, am Preise alles liegt, seist du hinsichtlich meiner zu
jedem Entgegenkommen bereit, hinsichtlich des Preises hartnäckig. Deshalb ist es
dir gleichgültig, dass ich die Stelle im Herrenhof verliere, gleichgültig, dass
ich auch den Brückenhof verlassen muss, gleichgültig, dass ich die schwere
Schuldienerarbeit werde leisten müssen. Du hast keine Zärtlichkeit, ja nicht
einmal Zeit mehr für mich, du überlässt mich den Gehilfen, Eifersucht kennst du
nicht, mein einziger Wert für dich ist, dass ich Klamms Geliebte war, in deiner
Unwissenheit strengst du dich an, mich Klamm nicht vergessen zu lassen, damit
ich am Ende nicht zu sehr widerstrebe, wenn der entscheidende Zeitpunkt gekommen
ist; dennoch kämpfst du auch gegen die Wirtin, der allein du es zutraust, dass
sie mich dir entreißen könnte, darum triebst du den Streit mit ihr auf die
Spitze, um den Brückenhof mit mir verlassen zu müssen; dass ich, soweit es nur an
mir liegt, unter allen Umständen dein Besitz bin, daran zweifelst du nicht. Die
Unterredung mit Klamm stellst du dir als ein Geschäft vor, bar gegen bar. Du
rechnest mit allen Möglichkeiten; vorausgesetzt, dass du den Preis erreichst,
bist du bereit, alles zu tun; will mich Klamm, wirst du mich ihm geben; will er,
dass du bei mir bleibst, wirst du bleiben; will er, dass du mich verstösst, wirst
