 wenn nur der Bewusstseinsakt allein uns vereinigen könnte! Und
nun sehen Sie, die Dinge, die ich auf meinen Reisen erlebt habe, waren so fade,
gemein und abgeschmackt, wie es nur je die Dinge unter Menschen sein können.
Aber mir war es gegeben, für eine kurze Weile in ein fremdes Phantoplasma zu
reisen, einen fremden Lebensakt in mich einzuschalten und abzuspielen.
    Da war ein Indianermädchen namens Zana, von kleinem ausgeprägtem Wuchs. Ich
liebte sie, es war für mich Gesetz, dass ich sie liebte. Aber was wusste ich von
ihr, was konnte ich von ihr wissen? Sie alle, die Sie hier meine Gäste sind,
wären vor der fremden Welt so unklug, hilflos, voreilig oder planlos gewesen wie
ich. Die kleinen Reibungen der vielen Ichs in einer gegebenen Nachbarschaft
nehmen den Ablauf des Lebens ein hier wie dort und schaffen die Qual der Enge,
dann die Linderung oder schmerzhafte Kälte der Trennung hier wie dort. Und
ihretwegen vermeide ich die ausführliche Berichterstattung, dass niemand sich
getroffen fühle. Denn meine Erlebnisse sind stets so gewesen, dass sie immer nur
Anspielungen auf die Grunderlebnisse meiner und Ihrer Kultur wären.
    Das Wesentliche bleibt überall unter den Gestirnen gleich. Alles, was
Abwechselung in die Monotonie des Reisens bringt, ist die geänderte
Anschauungsform, die vage Erinnerung an uralte Zustände; das fremde
Phantoplasma. Niemand von Ihnen, wenn ich so die Tafel hinabblicke und mir die
vollzählig erschienenen Typen unserer Kultur beim Namen nenne, wird sich von
dem, was ich wirklich zu erzählen hätte, eine Vorstellung machen können. Ihre
Anschauung ist zu einseitig, selbst zuviel höherer Djungle und zu organisch, als
dass sich in ihr ein anderes weitaus primitiveres und unmittelbareres
Phantoplasma spiegeln könnte. Wie kann ich Ihnen Existenzen des Djungles vor
Augen rücken - vielleicht, sage ich, könnte ich eine schriftstellerische
Lebensaufgabe daraus machen, ein Erziehungsproblem, eine Modernisierung Ihrer
Vorstellung ins Werk setzen. Denn ich ahne voraus, dass sich Zukunft und
Urvergangenheit berühren. Sie aber, meine Damen und Herren, befinden sich
augenblicklich gleich weit von beiden entfernt. Und doch wäre es wert,
jedermanns Aufmerksamkeit auf die wichtige Tatsache zu lenken, dass er vom
Djungle abstammt und dass das moderne Leben alle die alten Tugenden von ehemals
wieder in ihm zu entfesseln strebt.
    Nun setze ich voraus, dass Sie alle meiner gewagten, aber äußerst
gleichniskräftigen Behauptung zustimmen, wenn ich unsere Kultur in ihrem
Hochstande eine solche der fünften Dimension nenne. Das ist ein Gleichnis, denn
merken Sie wohl, auch ich spreche hier nur als ein Geschöpf des Phantoplasmas,
und die realen Wirkungen, die ich mit Hilfe meiner Dialektik auf Sie auszuüben
scheine, sind schlechterdings nichts anderes denn eine logische Umschmelzung von
Vorgängen, die unserer Aufsicht
