 ihn bei
Hofmanns zu erzählen.«
    Ich hätte gerne noch gewusst, was eine Wahnmochingerei ist und kosmische
Träume. Aber der Philosoph schien mir nicht gut aufgelegt, und ich kann doch
nicht immer fragen und fragen wie ein vierjähriges Kind.
 
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Ein komischer Zufall, dass ich Heinz Kellermann hier treffe. Wir haben uns seit
dem Gymnasium nicht mehr gesehen. Er behauptet zwar, es gebe nichts Zufälliges,
sondern was wir Zufall nennen und als solchen empfinden, sei gerade das
Gegenteil davon, nämlich ein durch innere Notwendigkeit bedingtes Geschehen. Man
sei nur im allgemeinen zu blind, um diese inneren Notwendigkeiten zu sehen.
    Trotzdem schien er ebenso verwundert wie ich und fragte mit der gedehnten
und erstaunten Betonung, die ich so gut an ihm kannte:
    »Wie kommst du denn hierher?«
    Ich konnte diese Frage nur zurückgeben, und dann sagte er etwas überlegen:
Oh, man könne nur hier leben, und hier lerne man wirklich verstehen, was Leben
überhaupt bedeute. Ich habe ihm erzählt, dass das auch mein sehnlichster Wunsch
sei, und wie ich mich mit meiner Biographie herumquäle - na Gott ja - dass ich
eben ein Verurteilter bin und nicht recht weiß, was ich mit mir und dem Leben
anfangen soll.
    Daraufhin ist er gleich viel wärmer geworden und lud mich für den Abend in
seine Wohnung ein - es kämen noch einige Freunde von ihm, auf die er mich sehr
neugierig machte.
    Ich ging hin, und es war auch wirklich der Mühe wert. Aber ich werde jetzt
wieder ein paar Tage daheim bleiben und mich sammeln. Es sind zu viel neue und
verwirrende Eindrücke von allen Seiten. Wohin ich komme und wen ich kennenlerne
- alles ist so seltsam, wie in einer ganz anderen Welt, und ich tappe noch so
unsicher darin herum. - Ob das nun Zufall ist oder innere Notwendigkeit, dass ich
hierher kam und gerade diese Menschen kennenlernte? Aber es lockt mich, ich kann
dem allen nicht mehr entfliehen - ich bin wohl dazu verurteilt, und der Gedanke
gibt mir meine innere Ruhe etwas wieder.
    Doktor Gerhard rät mir ja immer wieder, ich solle etwas schreiben - jeder
Mensch habe einiges zu sagen und müsse, was er erlebt, in irgendeiner Form nach
außen hin gestalten. Wenn es auch nur wäre, um meinem Stiefvater Vergnügen zu
machen, er hat ja schon immer gemeint, ich hätte ein gewisses Talent dazu. - Und
er ist gewiss aufrichtig, denn er hält sonst nicht übermäßig viel von meiner
Begabung.
    Ich weiß nicht recht - einstweilen mache ich mir Aufzeichnungen und Notizen,
besonders wenn ich mit dem Philosophen zusammen bin.
Da war der Abend mit Heinz Kellermann und seinen Freunden. Der eine mit dem
scharfen Gesicht
