 frühern, der etwas stark auf
Verbrauch von Öl und Spiritus schließen ließ ...
    Die Stimmung wurde immer erregter ... Man schwieg jetzt schon deshalb, nur
um sich beherrschen zu können, und harrte der kommenden Dinge ...
    Endlich klingelte Püttmeier und mit einer nach Festigkeit ringenden Stimme
sprach er:
    Meine hochgräflichen - hmhm! - und hochfreiherrlichen Gnaden! - Hmhm! - Ich
bin glücklich - den Entwickelungsgang meines Systems Ihnen in einer Reihe von
Bildern so anschaulich machen zu können, dass Sie selbst prüfen mögen, ob wohl
meine Lehre - hmhm! - Ihre überzeugte Zustimmung findet! Denken Sie dabei nur
immer, dass das, was in Gott Ein Moment ist, im Denken - durch Raum und Zeit
seine - hmhm - Ruhepunkte haben muss! Auch unser - hmhm! - christlicher Glaube
zerlegt Gottes Größe in ein Vorher und Nachher; denn wie würden wir sonst die
Lehre von den - hmhm! - sieben Schöpfungstagen haben?
    Ein Murmeln der Zustimmung ging durch den Saal ... Dann folgte tiefste
Stille ... Die Weihrauchdüfte mehrten sich und jetzt begann sogar zu aller
Überraschung etwas völlig Unerwartetes, eine ganz wunderbare Musik ...
    Wo kam diese Musik her? Leise anschwellend hoben sich die Töne wie auf
Aeolsschwingen. Was hatte der Zauberer von Eschede für ein Instrument
mitgebracht? Es war keine Flötenuhr, kein Klavier, keine Orgel ... Es war von
allen etwas ... Das Zimmer bebte von Wohllautsschwingungen, die die Luft zur
klingenden machten ... Brausend schwoll es an, so mächtig und doch dann wieder
so lind und lieblich, dass davon die ganze Seele erfüllt sein durfte ...
    Und Niemand war erstaunter, als die Gebieterin des Schlosses selbst, die
nicht hoch genug versichern konnte, dass sie kein Instrument besäße von solcher
Wirkung, ja das eben vernommene nicht einmal zu nennen wisse ... Wenn Püttmeier
Orphische Urworte lehren wollte, konnte die Vorbereitung des Gemüts nicht
mächtiger getroffen werden ...
    Als die Töne verklungen waren, einer immer sanft dem andern sich entwindend,
da erblickte man plötzlich die ganze Transparenttafel azurblau und aus dem
tiefsten Grunde sei's des Himmels oder des Meeres entwickelten sich leise
Schatten, die allmählich die Form einer Unzahl sich durcheinander rollender und
sich einander durchschneidender Kreise annahmen ...
    Püttmeier sprach mit erhöhter Begeisterung:
    Musik ist das Leben des Alls! Denn - das All besteht aus zersprengten -
Atomen, die - sich suchen, sich finden - sich abstossen, verfolgen! - Sehnsucht
und Liebe, demzufolge auch Abneigung - hmhm! - und Hass - ist die Seele des Alls
...
    Die Kreise bewegten sich auch teilweise zurück und es entstand ein Chaos so
flimmernder Schatten, wie wenn
