 und Obst. Die innere Fläche, welche von der
Verbrämung durch ein Bänderwerk von rotem Rosenholze abgeschnitten war, trug auf
einem Grunde von braunlich weißem Ahorne eine Sammlung von Musikgeräten. Sie
waren freilich nicht in dem Verhältnisse ihrer Größen eingelegt. Die Geige war
viel kleiner als die Mandoline, die Trommel und der Dudelsack waren gleich groß,
und unter bei den zog sich die Flöte wie ein Weberbaum dahin. Aber im einzelnen
erschienen mir die Sachen als sehr schön, und die Mandoline war so rein und
lieblich, wie ich solche Dinge nicht schöner auf den alten Gemälden meines
Vaters gesehen hatte. Einer der Arbeiter schnitt Stocke aus Ahorn, Bux,
Sandelholz, Ebenholz, türkisch Hasel- und Rosenholz zurecht, damit sie in ihrer
kleineren Gestalt gehörig austrocknen konnten. Ein anderer löste schadhafte
Teile aus der Platte, und ebnete die Grundstellen, um die neuen Bestandteile
zweckmäßige einsetzen zu können. Der dritte schnitt und hobelte die Füße aus
einem Ahornbalken, und der vierte war beschäftigt, nach einer in Farben
ausgeführten Abbildung der Tischplatte, die er vor sich hatte, und aus einer
Menge von Hölzern, die neben ihm lagen, diejenigen zu bestimmen, die den auf der
Zeichnung befindlichen Farben am meisten entsprächen. Mein Begleiter sagte mir,
dass das Gerüste und die Füße des Tisches verloren gegangen seien und neu gemacht
werden müssten.
    Ich fragte, wie man das einrichte, dass das Neue zu dem Vorhandenen passe.
    Er antwortete: »Wir haben eine Zeichnung gemacht, die ungefähr darstellte,
wie die Füße und das Gerüste ausgesehen haben mögen.«
    Auf meine neue Frage, wie man denn das wissen könne, antwortete er: »Diese
Dinge haben so gut wie bedeutendere Gegenstände ihre Geschichte, und aus dieser
Geschichte kann man das Aussehen und den Bau derselben zusammen setzen. Im
Verlaufe der Jahre haben sich die Gestaltungen der Geräte immer neu abgelöset,
und wenn man auf diese Abfolge sein Augenmerk richtet, so kann man aus einem
vorhandenen Ganzen auf verloren gegangene Teile schließen, und aus aufgefundenen
Teilen auf das Ganze gelangen. Wir haben mehrere Zeichnungen entworfen, in deren
jede immer die Tischplatte einbezogen war, und haben uns auf diese Weise immer
mehr der mutmasslichen Beschaffenheit der Sache genähert. Endlich sind wir bei
einer Zeichnung geblieben, die uns nicht zu widersprechend schien.«
    Auf meine Frage, ob er denn immer Arbeit für seine Anstalt habe, antwortete
er: »Sie ist nicht gleich so entstanden, wie Ihr sie hier seht. Anfangs zeigte
sich die Lust an alten und vorelterlichen Dingen, und wie die Lust wuchs,
sammelten sich nach und nach schon die Gegenstände an, die ihrer
Wiederherstellung entgegen sahen. Zuerst wurde die Ausbesserung bald auf diesem,
bald auf jenem Wege versucht und eingeleitet.
