 man
mich auch wieder hartnäckig nannte. Ihr werdet in diesem Hause Dinge gesehen
haben, aus denen Euch klar geworden ist, dass ich Zwecke auch mit großer Geduld
verfolgen kann. Sonderbar ist es überhaupt, und dürfte von größerer Bedeutung
sein, als man ahnt, dass mit dem zunehmenden Alter die Weitaussichtigkeit der
Pläne wächst, man denkt an Dinge, die unabsehliche Strecken jenseits alles
Lebenszieles liegen, was man in der Jugend nicht tut, und das Alter setzt mehr
Bäume und baut mehr Häuser als die Jugend. Ihr seht, dass mir zwei Hauptdinge zum
Staatsdiener fehlen, das Geschick zum Gehorchen, was eine Grundbedingung jeder
Gliederung von Personen und Sachen ist, und das Geschick zu einer tätigen
Einreibung in ein Ganzes und kräftiger Arbeit für Zwecke, die außer dem
Gesichtskreise liegen, was nicht minder eine Grundbedingung für jede Gliederung
ist. Ich wollte immer am Grundsätzlichen ändern und die Pfeiler verbessern,
statt in einem Gegebenen nach Kräften vorzugehen, ich wollte die Zwecke allein
entwerfen, und wollte jede Sache so tun, wie sie für sich am besten ist, ohne
auf das Ganze zu sehen, und ohne zu beachten, ob nicht durch mein Vorgehen
anderswo eine Lücke gerissen werde, die mehr schadet, als mein Erfolg nützt. Ich
wurde, da ich noch kaum mehr als ein Knabe war, in meine Laufbahn geführt, ohne
dass ich sie und mich kannte, und ich ging in derselben fort, so weit ich konnte,
weil ich einmal in ihr war, und mich schämte, meine Pflicht nicht zu tun. Wenn
einiges Gute durch mich zu Stande kam, so rührt es daher, dass ich einerseits in
Betrachtung meines Amtes und seiner Gebote meinen Kräften eine mögliche
Tätigkeit abrang, und dass andererseits die Zeitereignisse solche Aufgaben herbei
führten, bei denen ich die Pläne des Handelns entwerfen und selber durchführen
konnte. Wie tief aber mein Wesen litt, wenn ich in Arten des Handelns, die
seiner Natur entgegengesetzt sind, begriffen war, das kann ich Euch jetzt kaum
ausdrücken, noch wäre ich damals im Stande gewesen, es auszudrücken. Mir fiel in
jener Zeit immer und unabweislich die Vergleichung ein, wenn etwas, das Flossen
hat, fliegen, und etwas, das Flügel hat, schwimmen muss. Ich legte deshalb in
einem gewissen Lebensalter meine Ämter nieder. Wenn Ihr fragt, ob es denn
notwendig sei, dass sich in der Gliederung des Staatsdienstes eine so große
Anzahl von Personen befinde, und ob man nicht einen Teil der allgemeinen
Geschäfte, wie sie jetzt sind, zu besonderen Geschäften machen und sie besonderen
Körperschaften oder Personen, die sie hauptsächlich angehen, überlassen könnte,
wodurch eine größere Übersichtlichkeit in den Staatsdienst käme, und wodurch es
möglich würde, dass sich hervorragende Begabungen mehr im
