 schwimmen kann, in zappelnder Angst beschleunigt er seinen Untergang.
Die Besonnenheit hat er nicht, die Hand zu sehen, die rettend sich ihm bietet;
er fasset sie nicht, er stößt sie von sich, er geht unter.«
    So redete der Pfarrer im Allgemeinen, führte aber das Allgemeine im
Besondern näher durch und belegte alles mit dem Leben. Da ward den Gliedern der
Familie der Text lebendig; der Stein ward zum Diamant, der die hellsten Strahlen
durch ihre Seele warf, alle Falten erleuchtete. Es war ihnen, als sehe der
Pfarrer in ihrem Herzen eine eigene Schrift und lese ihnen die ab, und diese
Schrift erzähle alles, was sie erlebt und wie es in ihren Seelen gewesen, wie
ein Irrtum sie an den Rand des Abgrundes geführt, und lese nun auch ab, was in
solchem Zustande helfen könne und was ihnen wirklich geholfen.
    Wunderbar wurden sie gerührt und erhoben, als sie im Wechsel ihrer Seelen,
in den Regungen, die sie füllten, das Wehen des Geistes erkannten, der ihnen so
lange gefehlt, als sie deutlich dessen sich bewusst wurden, dass Pfingsten
geworden sei in ihrem Herzen, dass sie ein Gut erlangt, welches über alle Güter
ist, dessen Mangel die ganze Welt nicht ersetzt, dass der Herr sie in die
Finsternis geführet, damit in der Angst der Nacht ihre Seelen den Morgen
suchten, ihre Augen nach dem Aufgang sich richteten, bis die Sonne kam. In
Staunen, in frommer Bewegung versunken horten sie, wie von der Kanzel herab
abgelesen ward vor der ganzen Gemeinde ihrer Herzen Geschichte und Zustände; es
war, als stünde dort oben ein wunderbarer Zauberspiegel, in welchem zu sehen
wäre das Innere der Herzen, welches sonst den Augen der Menschen verborgen ist.
    Und dass der Pfarrer so deutlich auf sie rede, ihr Geheimstes vor der ganzen
Gemeinde erzähle und erläutere, sie zum Gegenstand der allgemeinen Betrachtung
mache, das zürnten sie nicht; es war ihnen, als müsse es so sein, als seien
gerade solche Erlebnisse Gemeingut und sollten nicht unter den Scheffel gestellt
werden, sondern auf einen Leuchter, damit die Herzen der Nächsten auch gewonnen
würden. Es kam manchmal sie an, dass sie fast des Wortes sich nicht enthalten
konnten zur Bestätigung oder Erläuterung dessen, was der Pfarrer sagte. Wenn er
ihre Namen genannt hätte, sie hätten es nicht gezürnt, denn, meinten sie, müsse
doch jedes Kind, welches in der Kirche sei, wissen, wen es angehe; nur sonderbar
dünkte es sie, dass nicht aller Augen auf sie gerichtet seien, die Entferntern
nicht aufstünden, nach ihnen zu sehen, dass alle machten, als merkten sie nicht,
wen der Pfarrer meine.
    Als der Pfarrer schloss, fühlten
