 wir uns über dem Hasen einen Schmatz
und spickten den Hasen, trunken von Entzücken, fertig. Wie ich sie beschrieben,
so war die Form der Bundschliessung in der Prälatenküche. Die Köchin musste
observanzmässig anfangen, der Küchenjunge durfte es beileibe nicht, er hätte,
wenn er sich unterstanden, zuerst den Liebesantrag zu machen, von der Geliebten
die schönsten Ohrfeigen gekriegt.
    Die Seraphine war auf zwei Tage mit ihren Gaben eingerichtet. Den einen Tag
war sie nämlich voll Geist, und den andern voll Empfindung und so immer
regelmäßig einen um den andern Tag abwechselnd. Ich bekam also von ihr den Geist
und die Empfindung in der Liebe. Damit war es aber folgendermaßen bestellt. Sie
liebte eine Herzstärkung in der Stille zu nehmen, konnte jedoch nicht viel
vertragen und wurde leicht duselig. In diesem Zustande hatte sie Geist, das
heißt, sie sprach Zeug, was kein Mensch verstand. Den andern Tag hatte sie den
Katzenjammer, da war sie voll Empfindung. Ich machte ihr nun alles dieses nach,
um das Verhältnis im Schwunge zu erhalten. Aber unglücklicherweise war es gleich
in der Anlage versehen worden. Ich hatte nämlich an dem Tage, wo sie den
Katzenjammer ausstand, der Flasche zugesprochen, und war geistvoll geworden. Den
folgenden Tag, wo sie wieder Geist bekam, befand ich mich im Katzenjammer und in
der Empfindung, und so ging nun das Verfehlen immer fort, wir passten nie
aufeinander, mein Katzenjammer traf auf ihren Geist, und mein Geist auf ihre
Empfindung. Daraus entstanden natürlich heftige Zänkereien, unter denen die
Küchenangelegenheiten litten, so dass auch der Prälat sich genötigt sah, sie noch
vor Ablauf ihres Semesters fortzuschicken. Es war ein Glück. Ich bin nie der
stärkste gewesen, und kann wohl sagen, dass ich auf dieser Liebesstation
jämmerlich heruntergekommen war.
    Die folgende Köchin hieß das Kind, weil sie sich selbst so nannte. Warum?
weiß ich nicht, denn ich glaube schwerlich, dass sie zu denen gehörte, von denen
gesagt worden ist: So ihr nicht werdet, wie diese usw. Die konnte einem was zu
raten aufgeben. Zuweilen war sie stundenlang verschwunden, und wenn wir sie
suchen gingen, fanden wir sie auf dem Dache sitzen, oder sie kam auch wohl
schäkernd auf einem Besen den Rauchfang herabgefahren. Es kann kein Menschenwitz
erfinden, was für Zeug das Kind zusammenzuflunkern verstand. Ihr Hauptkunststück
aber war - Ach, gnädiges Fräulein, wenn ich nicht irre, wurden Sie draußen
gerufen.«
    Das Fräulein verstand diesen zarten Wink und ging hinaus, mit dem
dankbarsten Blicke auf Münchhausen. Er fuhr fort: »Das Kind konnte nämlich
radschlagen, oder Purzelbäume schießen, ohne die Schamhaftigkeit zu verletzen.
Wie sie es möglich gemacht, weiß ich nicht
