 Ton darin ändert sich, nachdem er in Verhältnis und Verbindung
steht.«
    »Wenn die große Terz, oder die Septime dieses Accords ein Instrument oder
eine Stimme hat, welche diese Töne gar nicht rührend hervorbringen kann; so geht
aller Reiz und Ausdruck verloren. Der vortreflichste Sänger und die
vortreflichste Sängerin werden zu Schanden, wenn sie gerade diese wesentlichen
Töne nicht natürlich rein und stark nach allen gehörigen Graden in ihrer Kehle
haben. So viel kommt darauf an, ob ein Komponist seine Leute kennt! Daher
richtet ein verständiger zuweilen durch mittelmäßige Personen mehr aus, als ein
unverständiger durch die vortreflichsten. Ich habe in Rom gesehen, dass Sänger
bei der ersten Oper, von einem andern Meister, fast vom Theater gejagt wurden,
welche bei der zweiten, von Cimarosa, bezauberten und wie verwandelt schienen.«
    »Der zweite Septimenaccord ist der Accord der kleinen Septime mit der
kleinen Terz und reinen Quinte. Er kommt am öftesten, dreimal, in der
diatonischen Leiter vor: auf der Sekunde, großen Terz und großen Sexte; dies
gibt ihm Mannigfaltigkeit von Übergang und Regung.«
    »Sein Ausdruck ist Beharrlichkeit und Festigkeit in der Existenz, dem Leben
und dem Vorsatze, worin man sich befindet. Er zeigt so recht die Mühe des
Erdenlebens und die Anwendung der Kraft an; doch schwebt darin das entzückende
Gefühl der Stärke. Alles ist mit Nerve durchzogen. Er fällt durch die Süßigkeit
des vorigen gar leicht wieder in die schöne frische reine Existenz, oder
überhaupt den Charakter derselben. Durch die verschiedenen Verwechselungen
verändert er sich mehr oder weniger, eben so wie der vorige.«
    »Ein Demostenes, der in der großen Volksversammlung einen Wetterstrahl
herniederdonnert, und dadurch alle Verräter, alle Widersacher, zu Boden wirft
und verscheucht; ein Herkules, der den Anteus mit gewaltigen Armen emporhebt,
und in der Luft erdrückt; eine Sophonisbe, die den Giftbecher ergreift, um sich
von den Römischen Räubern nicht im Triumph aufführen zu lassen; eine Iphigenia,
Elektra, Antigone, wenn sie ihre schönsten Taten beginnen: das sind die schönen
Bilder zu diesem Accord.«
    »In einer anhaltenden Reihe von Septimengängen, mit Klarinetten, Hörnern,
Fagotten und starken Bässen, leuchtet sein Charakter erst recht hervor. Er muss
in Szenen, worin Kampf und Überwindung vorkommt, herrschen, und mit andern
schicklichen abwechseln.«
    »In Jomelli's Todtenmesse sind mehrere Muster seines Ausdrucks; als gleich
bei requiem aeternam, lux perpetua, rex gloriae, de ore leonis, peccata mundi.«
    »Gluck braucht den Secundenaccord davon treflich im Orfeo zu Ende des
zweiten Akts, bei den Worten des Chors: Che più diviso sia da the; wo er eine
dauernde unzertrennliche Glückseligkeit ausdrückt. Von seinem Ausdruck in
