 Wer Dinge, die gäng und gäbe sind,
beprüft, und keinen Stein auf dem andern lässt, ist kein Zweifler, sondern ein
Prüfer, im Fall er nämlich aus pro und contra, aus links und rechts, sich etwas
auspunktirt, was Stich hält. Solch ein Mann ist nicht aufgeblasen, sondern
bescheiden. Seine Zweifel leiteten ihn auf den rechten Weg zur Überzeugung, zur
Wahrheit und zum Leben. - Ein Lehrer der Naturphilosophie kann von sich und
seinen Jüngern sagen: Ich leb' und ihr sollt auch leben. Wer hat je mit dem
Pietisten über die Wahrheit der christlichen Religion gestritten? Wer so lebt
als er lehrt, darf nur bitten, ihm die Ehre zu tun, bei ihm einzusprechen. Man
ist heut zu Tage von der Naturphilosophie so abgekommen, dass man den, der so
lebt als er lehrt oder glaubt, einen Schwärmer nennt. - Sehr unrichtig!
    Meine Leser werden, hoff' ich, nicht vergessen haben, dass sie zu einem
Piknik geladen sind, wo nur Se. Spectabilität und ich (meinen Vater kann ich
immer mit einrechnen) ihr Schüsselchen austrugen. Wenn ein Koch diese
Schmauserei angeordnet hätte, wär' es freilich abgemessener gewesen - ob
schmackhafter, weiß ich nicht.
    Ich bemühe mich auch hier, Lebensläufer zu sein, und diese Abschrift ist dem
Original ähnlich. - Wir fielen von einem aufs andere. Wir scheitelten die Haare
nicht. Würd' ich nicht einen Roman schreiben, wenn ich nicht auch von einem aufs
andere fallen und die Haare scheiteln sollte? Ein Roman! fern sei er von mir!
    Die Einteilung der Philosophie in die natürliche und künstliche ist die
Haupteinteilung, die philosophische Einteilung der Philosophie. Sonst gibt es
Einteilungen Gott weiß wie viel! - In Absicht der Kräfte des Menschen, in
Absicht der Principien, in Absicht der Objekte, der Erkenntnisse.
    Ein Philosoph muss das Allgemeine in concreto und das Einzelne in abstracto
erwägen, und wenn man gleich gern zugibt, dass bei jeder Wissenschaft die Idee
des Ganzen die Avantgarde macht, und dass aus der Einteilung des Ganzen die
Teile entstehen, und dass, um die Teile zu wissen, man erst das Ganze von
Personen zu kennen die Ehre haben müsse, so ist doch nicht gut, wenn ein
erschrecklicher Eingang präludirt und prologirt wird, ehe man zum Thema
schreitet, auch wenn die Präludia, wie die des Hermanns, noch so ausstudirt
sind. Wozu die Prolegomena und das erschreckliche Geschrei: da werden Sie sehen!
da werden Sie sehen! Gleich das Lied ist am besten! Wenn ich heisshungrig bin,
und der Wirt, der mich geladen hat, zeigt mir erst seine drei Porcellanservice
und sodann sein Silberzeug, und endlich seine Fayence, bis ich mich
