 noch mehr getan hat.
49 Siehe »Wilhelmine«, S. 99.
50 Dieses sehr gelehrten und sehr aufrichtigen Mannes Gedanken, wie man der
arabischen Literatur aufhelfen könne und solle, stehen in den von ihm
verfertigten Zusätzen zu den Abhandlungen der k. Akademie der schönen
Wissenschaften zu Paris, die den elften Teil der deutschen Übersetzung (Leipzig
1751., Grossoktav) ausmachen. Diese kleine Schrift verdiente, bekannter zu sein
und von vielen gelesen zu werden, zumal zu jetziger Zeit, da wieder allenthalben
stark aus der arabischen Gaukeltasche gespielt wird. (Anmerkung der ersten
Auflage) - Jetzt sind auf den theologischen Jahrmärkten Deutschlands mit der
arabischen Gaukeltasche keine Zuschauer zusammenzubringen. Dagegen wird jetzt
gar behende gespielt, aus der Gaukeltasche der Religion innerhalb den Grenzen
der bloßen Vernunft. Aus derselben hält man uns ein in der Philosophie
postuliertes (d.h. auf deutsch, unbewiesen angenommenes) kategorisches
Moralgesetz vor und heißt es uns hier als das Gebot Gottes betrachten, nachdem
man uns vorher in der Kritik der praktischen Vernunft versichert hat: Gott sei
nichts als eine Idee, welche der Mensch wegen des in ihm liegenden kategorischen
Moralgesetzes notwendig annehmen müsse. Das Gebot einer Idee kann wohl nichts
als ein Gaukelspiel sein. Als daher im Jahre 1797 Magister Nietammer in Jena
auf das Fundament dieser Lehre Doktor der Theologie ward, versicherten die
theologischen Philosophen auf eben dieser Universität: »Da Nietammer behauptet
habe: Man könne von dem theologischen Standpunkte aus die christliche
Religionslehre für Offenbarung ansehen, so sei dies mehr ein erschlichenes
Kompliment des neuen Doktors der Theologie an eine christliche Universität als
Überzeugungen«, und sie fügen hinzu: »Der Mensch schaffet die Gottheit und die
Offenbarung aus sich selbst und für sich allein.« (Siehe die jenaische
»Allgemeine Literaturzeitung«, 1797, Nr. 413, S. 805) [Anmerkung der vierten
Auflage].
51 Wenn der Fremde wieder zum Worte gekommen wäre, so hätte er vermutlich
standhaft behauptet, dass keine einzige Bedeutung eines einzigen arabischen Worts
jemals sich verändert hätte. Dies versicherte wenigstens im Jahre 1771 Magister
Schelling, welcher, sitzend in seiner Studierstube im herzoglichen Stifte zu
Tübingen, unwidersprechlich überzeugt war, dass die arabische Sprache »noch jetzt
eben dieselbe ist, die sie bald nach der Zeit ihrer Entstehung war«, und ein
feines Kapitel »von der wunderbaren Erhaltung der Arabischen Sprache in ihrer
ersten Reinigkeit von den allerältesten Zeiten bis auf den heutigen Tag« zu
erzählen weiß, wie aus seiner »Abhandlung von der Arabischen Sprache« (Stuttgart
1771, Oktav), besonders S. 16 bis 21, des mehreren zu ersehen. Freilich der
Reisende Niebuhr, welcher in Arabien gewesen ist, berichtet, die jetzige
arabische Sprache sei von der alten wie das Italienische vom
