 früh, vielleicht als erster, gekommen zu sein, das Ehepaar war ängstlich und
stellte verschiedene Fragen darüber, ob große Anforderungen gestellt würden.
Karl sagte, er wisse noch nichts Bestimmtes, er hätte aber wirklich den Eindruck
erhalten, dass jeder ohne Ausnahme genommen würde. Er glaube, man dürfe getrost
sein. Der Personalchef kam ihnen schon entgegen, war sehr zufrieden, dass so
viele kamen, rieb sich die Hände, grüßte jeden einzelnen durch eine kleine
Verbeugung und stellte sie alle in eine Reihe. Karl war der erste, dann kam das
Ehepaar und dann erst die anderen. Als sie sich alle aufgestellt hatten - die
Burschen drängten sich zuerst durcheinander, und es dauerte ein Weilchen, ehe
bei ihnen Ruhe eintrat -, sagte der Personalchef, während die Trompeten
verstummten: »Im Namen des Theaters von Oklahoma begrüsse ich Sie. Sie sind früh
gekommen« (es war aber schon bald Mittag), »das Gedränge ist noch nicht groß,
die Formalitäten Ihrer Aufnahme werden daher bald erledigt sein. Sie haben
natürlich alle Ihre Legitimationspapiere bei sich.«
    Die Burschen holten gleich irgendwelche Papiere aus den Taschen und
schwenkten sie gegen den Personalchef hin, der Ehemann stieß seine Frau an, die
unter dem Federbett des Kinderwagens ein ganzes Bündel Papiere hervorzog. Karl
allerdings hatte keine. Sollte das ein Hindernis für seine Aufnahme werden?
Immerhin wusste Karl aus Erfahrung, dass sich derartige Vorschriften, wenn man nur
ein wenig entschlossen ist, leicht umgehen lassen. Es war nicht
unwahrscheinlich. Der Personalchef überblickte die Reihe, vergewisserte sich,
dass alle Papiere hatten, und da auch Karl die Hand, allerdings die leere Hand
erhob, nahm er an, auch bei ihm sei alles in Ordnung.
    »Es ist gut«, sagte dann der Personalchef und winkte den Burschen ab, die
ihre Papiere gleich untersucht haben wollten, »die Papiere werden jetzt in den
Aufnahmekanzleien überprüft werden. Wie Sie schon aus unserem Plakat gesehen
haben, können wir jeden brauchen. Wir müssen aber natürlich wissen, welchen
Beruf er bisher ausgeübt hat, damit wir ihn an den richtigen Ort stellen können,
wo er seine Kenntnisse verwerten kann.«
    Es ist ja ein Theater, dachte Karl zweifelnd und hörte sehr aufmerksam zu.
    »Wir haben daher«, fuhr der Personalchef fort, »in den Buchmacherbuden
Aufnahmekanzleien eingerichtet, je eine Kanzlei für eine Berufsgruppe. Jeder von
ihnen wird mir also jetzt seinen Beruf angeben, die Familie gehört im
allgemeinen zur Aufnahmekanzlei des Mannes. Ich werde Sie dann zu den Kanzleien
führen, wo zuerst Ihre Papiere und dann Ihre Kenntnisse von Fachmännern
überprüft werden sollen, es wird nur eine ganz kurze Prüfung sein, niemand muss
sich fürchten. Dort werden Sie dann auch gleich aufgenommen
