 sie
noch die Kraft, zu sagen: »Es werden jetzt nur gewisse Sicherungen zu bedenken
sein, die Sie Frieda geben müssen, denn wie groß auch nun meine Achtung vor
Ihnen ist, so sind Sie doch ein Fremder, können sich auf niemanden berufen, Ihre
häuslichen Verhältnisse sind hier unbekannt. Sicherungen sind also nötig, das
werden Sie einsehen, lieber Herr Landvermesser, haben Sie doch selbst
hervorgehoben, wieviel Frieda durch die Verbindung mit Ihnen immerhin auch
verliert.« - »Gewiss, Sicherungen, natürlich«, sagte K., »die werden am besten
wohl vor dem Notar gegeben werden, aber auch andere gräfliche Behörden werden
sich ja vielleicht noch einmischen. Übrigens habe auch ich noch vor der Hochzeit
unbedingt etwas zu erledigen. Ich muss mit Klamm sprechen.« - »Das ist
unmöglich«, sagte Frieda, erhob sich ein wenig und drückte sich an K., »was für
ein Gedanke!« - »Es muss sein«, sagte K. »Wenn es mir unmöglich ist, es zu
erwirken, musst du es tun.« - »Ich kann nicht, K., ich kann nicht«, sagte Frieda,
»niemals wird Klamm mit dir reden. Wie kannst du nur glauben, dass Klamm mit dir
reden wird!« - »Und mit dir würde er reden?« fragte K. »Auch nicht«, sagte
Frieda, »nicht mit dir, nicht mit mir, es sind bare Unmöglichkeiten.« Sie wandte
sich an die Wirtin mit ausgebreiteten Armen: »Sehen Sie nur, Frau Wirtin, was er
verlangt.« »Sie sind eigentümlich, Herr Landvermesser«, sagte die Wirtin und war
erschreckend, wie sie jetzt aufrechter dasaß, die Beine auseinandergestellt, die
mächtigen Knie vorgetrieben durch den dünnen Rock. »Sie verlangen Unmögliches.«
- - »Warum ist es unmöglich?« fragte K. »Das werde ich Ihnen erklären«, sagte
die Wirtin in einem Ton, als sei diese Erklärung nicht etwa eine letzte
Gefälligkeit, sondern schon die erste Strafe, die sie austeilte, »das werde ich
Ihnen gern erklären. Ich gehöre zwar nicht zum Schloss und bin nur eine Frau und
bin nur eine Wirtin, hier in einem Wirtshaus letzten Ranges - es ist nicht
letzten Ranges, aber nicht weit davon -, und so könnte es sein, dass Sie meiner
Erklärung nicht viel Bedeutung beilegen, aber ich habe in meinem Leben die Augen
offen gehabt und bin mit vielen Leuten zusammengekommen und habe die ganze Last
der Wirtschaft allein getragen, denn mein Mann ist zwar ein guter Junge, aber
ein Gastwirt ist er nicht, und was Verantwortlichkeit ist, wird er nie
begreifen. Sie zum Beispiel
