, irgend etwas
flüstert er dem Schreiber zu, irgend etwas denkt er, wenn einmal in langer Zeit
sein Blick auf Barnabas fällt, und selbst wenn das alles nicht wahr ist und er
und seine Handlungen gar nichts bedeuten, so hat ihn doch jemand dort
hingestellt und hat dies mit irgendeiner Absicht getan. Mit dem allem will ich
sagen, dass irgend etwas da ist, irgend etwas dem Barnabas angeboten wird,
wenigstens irgend etwas, und dass es nur die Schuld des Barnabas ist, wenn er
damit nichts anderes erreichen kann als Zweifel, Angst und Hoffnungslosigkeit.
Und dabei bin ich ja immer noch von dem ungünstigsten Fall ausgegangen, der
sogar sehr unwahrscheinlich ist. Denn wir haben ja die Briefe in der Hand, denen
ich zwar nicht viel traue, aber viel mehr als des Barnabas Worten. Mögen es auch
alte, wertlose Briefe sein, die wahllos aus einem Haufen genauso wertloser
Briefe hervorgezogen wurden, wahllos und mit nicht mehr Verstand, als die
Kanarienvögel auf den Jahrmärkten aufwenden, um das Lebenslos eines Beliebigen
aus einem Haufen herauszupicken, und mag das so sein, so haben diese Briefe doch
wenigstens irgendeinen Bezug auf meine Arbeit; sichtlich sind sie für mich, wenn
auch vielleicht nicht für meinen Nutzen bestimmt; sind, wie der
Gemeindevorsteher und seine Frau bezeugt haben, von Klamm eigenhändig gefertigt
und haben, wiederum nach dem Gemeindevorsteher, zwar nur eine private und wenig
durchsichtige, aber doch eine große Bedeutung.« - »Sagte das der
Gemeindevorsteher?« fragte Olga. »Ja, das sagte er«, antwortete K. »Ich werde es
Barnabas erzählen«, sagte Olga schnell, »das wird ihn sehr aufmuntern.« - »Er
braucht aber nicht Aufmunterung«, sagte K., »ihn aufmuntern bedeutet, ihm zu
sagen, dass er recht hat, dass er nur in seiner bisherigen Art fortfahren soll,
aber eben auf diese Art wird er niemals etwas erreichen. Du kannst jemanden, der
die Augen verbunden hat, noch so sehr aufmuntern, durch das Tuch zu starren, er
wird doch niemals etwas sehen; erst wenn man ihm das Tuch abnimmt, kann er
sehen. Hilfe braucht Barnabas, nicht Aufmunterung. Bedenke doch nur: dort oben
ist die Behörde in ihrer unentwirrbaren Größe - ich glaubte, annähernde
Vorstellungen von ihr zu haben, ehe ich hierher kam, wie kindlich war das alles
-, dort also ist die Behörde und ihr tritt Barnabas entgegen, niemand sonst, nur
er, erbarmungswürdig allein, zuviel Ehre noch für ihn, wenn er nicht sein Leben
lang verschollen in einen dunklen Winkel der Kanzleien geduckt bleibt.« -
»Glaube nicht, K. «, sagte Olga, »dass wir die Schwere der Aufgabe
