, Ihre Frau
kann nicht, oder vielmehr, sie will nicht ...«
    »Weil sie it füri steh mag, weil sie's a so scheucht ...«
    »Ja, gut, ich weiß zwar nicht, warum man sich scheut, das, was wahr ist,
auch zu beschwören. Aber wo stehen wir jetzt? Der Mensch nützt die Situation aus
und verlangt von Ihnen das Sechsfache ...«
    »Dös is do an offenbariger Wucher ...«
    »Ah was, Wucher. In gewissem Sinn ist es eine Erpressung, aber keine
strafbare. Was wollen Sie jetzt tun?«
    »Ja, i zahl do net sechstausend Mark! Wo nahm i denn's Geld her? Und
überhaupts is ja dös so ausg'schamt, dass ma gar it red'n ko.«
    »Schön, aber dann gibt es eben nur den einen Ausweg, dass Sie schwören.«
    »I schwör scho, aba Sie müassen's halt a so drah'n, dass d' Afra net mit
muass.«
    »Das kann ich nicht. Das hab' ich Ihnen schon ein dutzendmal gesagt.«
    »Bal sie aba nix woass!«
    »Dann soll sie in Gott's Namen ihr Nichtwissen bestätigen.«
    »Wia is dös?«
    »Dass sie nichts weiß, muss sie sagen, aber um den Eid kommt sie nicht herum.
Reden Sie halt mit Ihrer Frau. Der Termin is auf meinen Antrag verlegt worden,
auf den 10. Oktober. In diesen acht Tagen besprechen Sie's nochmal, vielleicht
halten Sie auch eine Nachsuche, und wenn der Zufall will, dass sich noch was
findet, nicht wahr, dann kann ja Ihre Frau mit dem besten Gewissen erklären: So,
das ist alles, und mehr war net da, und das kann ich auf meinen Eid nehmen ...«
    Der Ruepp, der gut verstand, wo der Advokat hinaus wollte, fragte zögernd:
    »Bal si was fand'?«
    »M ... ja ... net wahr, wenn man recht sorgfältig sucht, geht oft noch was
her, was man zuerst übersehen hat oder gar net bemerkt hat ...«
    »Bal si aba nix find?«
    »No ja, dann hat eben die gewissenhafteste Prüfung nichts ergeben!«
    »Und muass d' Afra na aa schwör'n?«
    Herr Lachermayr wurde ungeduldig.
    »Jaa! Jetzt sag' ich's zum letztenmal. Schwören muss sie unter allen
Umständen, ob was da ist oder nicht ...«
    »Am zehnten, hamm S' g'sagt?«
    »Ja,
