
einem Lebenden aufgesogen zu werden; der Lebende saugt den Sterbenden durch die
Poren in sich auf. Dieser Prozess geht aber nicht so einfach vor sich.
    Es ist zunächst nötig, dass der Aufsaugende auch damit vollkommen
einverstanden ist, dass er aufsaugt. Wenn nun Jemand aufgesogen werden will, so
fragt er zunächst bei dem, der ihn aufsaugen soll, höflich an. Sagt der »Ja« -
so geschieht das Gewünschte gemeinhin sofort.
    So wurde der Peka, während er mit seinen drei Freunden vor den transparenten
Häuten saß, von einem alten Pallasianer, der schon ganz durchsichtig aussah,
gefragt, ob er wohl geneigt sei, dem Sterbenden einen Dienst zu leisten. Der
Körper des Sterbenden war ganz hellbraun; die gelben Flecken waren fort. Peka
willigte sofort ein; ein Pallasianer willigte nur dann nicht ein, wenn er an
demselben Tage bereits einen andern Sterbenden in sich aufgenommen hatte!
    Nachdem Peka eingewilligt, reckte er sich sofort zu seiner ganzen Höhe auf -
fünfzig Meter hoch - Pekas Poren öffneten sich dabei ganz weit - und im Körper
des Sterbenden, der - zehn Meter von Peka entfernt - höchstens fünf Meter hoch
sich aufrecken konnte, entstanden plötzlich fluoreszierende Lichterscheinungen -
dann gingen alle Teile des Körpers zerbröckelnd auseinander und wurden von Peka
angezogen, in dessen Poren der Körper des Sterbenden nach ein paar Augenblicken
verschwand.
 
                                Fünftes Kapitel
Es werden zunächst die Veränderungen geschildert, die ein Pallasianer in sich
empfindet, wenn er einen Gestorbenen in sich aufgenommen hat. Peka kommt in
diesem Zustande zum Biba, der auf der Außenseite des Pallas wohnt. Dort
beobachten die Beiden viele andere Asteroïden, und Biba spricht mit Begeisterung
von Lesabéndio, der im Südtrichter von Manesi abgelehnt wird, im Nordtrichter
aber im Dex den ersten tatkräftigen Freund findet. Dex schildert, was er alles
entdeckt hat. Zum Schluße wird von der Geburt der Pallasianer gesprochen und
eine solche geschildert.
Sobald ein Pallasianer einen Sterbenden in sich aufgenommen hatte, pflegte eine
Veränderung seines Wesens bemerkbar zu werden; Eigentümlichkeiten des
Gestorbenen übertrugen sich auf den, der den Gestorbenen aufnahm, und auch eine
körperliche Vergrößerung und Stärkung aller Organe wurde dem Aufnehmer zuteil,
sodass diejenigen, die viele Sterbende in sich aufnahmen, eine immer größere
Lebenskraft erhielten. Diese zeigte sich zunächst darin, dass der durch den
Gestorbenen Gekräftigte mindestens eine ganze Nacht nicht zu schlafen brauchte
und ohne Ermüdung weiter arbeiten konnte. Außerdem zeigte sich eine größere
Unternehmungslust in dem Aufnehmer.
    So kam es, dass Peka gleich nach erfolgter Bereicherung seiner Natur zu Biba
fuhr.
    Biba wohnte immer auf der Außenseite des Tonnensterns - da, wo nur sehr
wenige Pallasianer wohnten; wer dort am Tage zu finden war, pflegte sich mehr
mit den anderen Sternen des Himmels zu beschäftigen; man pflegte bei
