 den Stab
sämtlicher Apatschenstämme, auf welche Tatellah-Satah sich verlassen konnte.
    Ich hatte meinen ganz besonderen Grund, noch einmal hinunter in die Höhle zu
steigen. Da ich einmal darüber war, sie kennen zu lernen, wollte ich sie auch
gleich ganz kennen lernen; denn es gab einen kleinen Teil, den ich noch nicht
kannte. Ich erinnere daran, dass der breite, reitbare Weg, der vom »Tale der
Höhle« aus durch die letztere führte, droben hinter dem Schleierfall in das
Freie mündete. An der Stelle, wo er mit Stalaktiten versetzt worden war, die wir
entfernt hatten, zweigte von ihm ein schmaler Weg nach rechts, der nur für
Fußgänger zur Höhe führte. Sein eigentliches Ende fand dieser schmale Weg ganz
oben im Passiflorenraume. Bis dorthin waren wir ihn gegangen. Aber schon unten
in der Höhle zweigte von ihm ein zweiter, schmaler Weg ab, an dem wir
vorübergekommen waren, ohne dass meine Begleiter etwas von ihm bemerkten. Nur mir
allein war die Stelle aufgefallen, an welcher die als Stalagmiten verwendeten
Stalaktiten andeuteten, dass auch hier ein früher gangbarer Weg mit Steinen
versetzt und maskiert worden sei. Nach dieser Stelle kehrten wir jetzt zurück.
Ich hatte nur Intschu-inta mitgenommen, weil er der Vertraute des Medizinmannes
war, denn um eine sehr vertrauliche Sache handelte es sich jetzt bei der neuen
Entdeckung, die ich machen wollte. Nämlich wenn ich die oberirdischen und die
unterirdischen Oertlichkeiten miteinander in Verbindung brachte, so ergab sich
für mich folgendes: Der breite Weg mündete im Bergtale, hinter dem Wasserfalle.
Der schmale Weg mündete an seinem letzten, höchsten Ende droben im Schloss. Die
zwischen beiden liegende Abzweigung dieses schmalen Weges, die ich jetzt suchte,
musste also zwischen dem Wasserfall und dem Schloss münden. Und wenn ich mich da
fragte, welcher Ort hierzu wohl am geeignetsten sei, so stieß meine Vermutung
immer nur auf die Teufelskanzel, oder, wie sie hier genannt wurde, auf das »Ohr
des Teufels«, an dem wir vorübergekommen waren, als der Medizinmann uns den
Schleierfall zeigte. Es stimmte in jeder Beziehung, dass dieser Ort mit der
geheimnisvollen, großen Höhle in Verbindung stand. Wer weiß, was für wichtige
Zusammenhänge vor Jahrtausenden hier oben und da unten stattgefunden hatten.
Darum war es jetzt für mich, der ich diesen Zusammenhängen nachspürte, sehr wohl
geraten, dies so diskret wie möglich zu tun und keinen Menschen in das Vertrauen
zu ziehen, der dieses Vertrauen nicht verdiente. Dies der Grund, weshalb ich nur
den altbewährten, treuen Intschu-inta mitgenommen hatte.
    Als wir die betreffende Stelle erreichten, an der ich eine Abzweigung des
schmalen Weges vermutete, blieben wir stehen, um die am Boden liegenden Steine
