Sillan
zu tun. Er brüstete sich schamlos damit, dass die Massaban seine Beschützten
seien. Er hat gesagt, dass es in seiner Macht stehe, euch das frühere Gebiet
dieser Leute mit der Hilfe von Soldaten wieder abzunehmen. Er will dies aber
nicht tun, falls ihr euch bewegen lasset, ihm einen bestimmenden Einfluss über
euch einzuräumen. Warum das? Er muss doch Gründe haben! Sollten diese auf den
Umstand deuten, dass ihr gewisse Teile der Ruinen noch nicht kennt? Wir werden
diese Frage weiter verfolgen, sobald wir Zeit dazu finden. Es gibt für ihn noch
eine andere, allgemeinere und noch wichtigere Ursache, euch zu stören. Ich habe
sie bereits angedeutet. Er hasst die Kultur, weil sie ihn seiner Macht beraubt.
Es liegt in seinem Interesse, sie zu vernichten und nicht wieder aufkommen zu
lassen. Das ist ganz derselbe Geist, welcher Etage um Etage eurer Steinpyramide
ihrem ursprünglichen Zwecke entzog, um sie schließlich mit gesindelhaften
Menschen zu bevölkern. Grad eben, als er dies erreicht hatte und nun damit
beginnen konnte, das, was ich vermute, in das Werk zu setzen, kam der Ustad, um
mit Hilfe seiner Dschamikun dieses Gesindel wieder zu vertreiben - - -.«
    »Was vermutest du?« fragte mich der Ustad.
    »Davon später!« antwortete ich. »Für meinen jetzigen Gedankengang genügt die
Bemerkung, dass der Aemir-i-Sillan euer Gebiet als Stützpunkt seiner Pläne nicht
nur betrachtet hat, sondern selbst auch heute noch betrachtet. Es ist sogar
möglich, dass eure Ruinen für ihn von noch größerer Bedeutung als diejenigen des
Birs Nimrud sind. Seine Pläne scheinen ihrer Ausführung entgegen zu treiben.
Wäre dies nicht der Fall, so wäre er nicht in eigener Person und öffentlich
gekommen und hätte es noch viel weniger gewagt, mit seinen Reden und Forderungen
so aus sich herauszutreten.«
    »Vielleicht gibst du dem allem eine größere Bedeutung, als es verdient,«
warf der Ustad ein.
    »Das glaube ich nicht. Ich überlege kalt und objektiv. Der Mirza hat heut
Dinge gesagt, von denen man nur dann so deutlich redet, wenn man sie als letzte
und höchste Trümpfe ausspielen will. Warum zum Beispiele dieses auffällige
Eingehen auf das Wettrennen? Welchen Zweck hat dieses Rennen für ihn? Etwa euch
einige Pferde oder Kamele abzugewinnen? Wirst du ihm das glauben? Ist es
vielleicht deshalb, weil er dadurch eine unauffällige Gelegenheit findet, sich
für einige Zeit hier aufzuhalten und herumzutreiben? Wir werden aufpassen, und
ich hoffe, dass es uns gelingt, seinen Absichten auf die Spur zu kommen! Du
glaubtest, Ustad, dass ich übertreibe. Bedenke doch, um was für einen Mann es
sich handelt! Es ist
