, wie man hier zu erwarten hat, sollen möglichst vorbereitet sein.«
    »Ich gebe dir recht. Ist das erledigt?«
    »Ja. Nehmen wir also nun Ahriman Mirza wieder vor! Ich habe zu versuchen,
den Beweis zu führen, dass er der Aemir-y-Sillan ist.«
    »Den hast du schon geführt. Wenigstens für mich ist es so gut wie bewiesen.«
    »Wodurch?«
    »Durch den Ton, in welchem du uns seinen Brief vorlasest. Dieser Ton ist nur
der seine. So spricht und schreibt kein anderer. Auch hat er das höchste
Sillan-Zeichen, welches wir kennen.«
    »Wissen wir denn genau, dass es das höchste ist?«
    »Freilich nicht. Es ist ja möglich, dass es ein noch höheres gibt.«
    »Nicht nur möglich, sondern ganz gewiss!«
    »Effendi! Da widersprichst du dir doch selbst!«
    »Nein!«
    »Gewiss! Wenn es ein höheres Zeicher gibt, so ist auch ein höherer Sill da.
Der es trägt, steht also über dem Mirza!«
    »Das ist ein logisch richtiger, aber ein praktisch falscher Schluss. Er trägt
sie nämlich beide!«
    »Beide? Das sagst du mit solcher Sicherheit? Woher weißt du es?«
    »Ich bitte dich, nachzudenken. Als Oberster ist er im Besitze sämtlicher
Zeichen, die es gibt. Er hat ja auch den Tuman an der Kette. Ich bin überzeugt,
dass er, falls er es für nötig hält, auch den silbernen Ring ansteckt, um sich
für einen gewöhnlichen Sill auszugeben. Wenn er dagegen als Aemir in der
Versammlung seiner Päderahn erscheint, wird er das höchste Zeichen tragen. Du
hast aber gehört, dass er sich zu fürchten hat. Er wird in dieser Versammlung
ganz gewiss sein Gesicht maskieren. Ausserhalb derselben, im gewöhnlichen Leben,
kann er es nicht verbergen. Wird er sich da durch das Tragen des höchsten
Zeichens verraten?«
    »Nein, gewiss nicht. Ein Zeichen muss er aber auch da tragen. Warum nimmt er
da nicht einen gewöhnlichen Ring?«
    »Alter Psycholog!« scherzte ich da. »Weißt du denn noch nicht, dass das
Laster selbstgefälliger als die Tugend, die Hässlichkeit eitler als die Schönheit
ist? Und grad dieser Mann besitzt eine Gefallsucht, die ihresgleichen wohl kaum
wiederfindet. Du hast ja seinen Anzug und sein Pferdegeschirr gesehen. Alles an
ihm ist Prunk, Flitter, Prahlerei und Flunkerei! Einen gewöhnlichen Ring wird er
nur aus Hinterlist anstecken. Wenn sich solche Leute einmal herablassen, haben
sie stets die Bosheit im Nacken sitzen. Für einen seiner Päderahn gehalten zu
werden, das gibt sein Hochmut, sein
