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Giebst du mir da recht?«
    »Ja. Grad hierauf wollte ich euch später aus ganz besonderen Gründen
aufmerksam machen.«
    »Und nun die Gewürze,« fuhr der Pedehr fort. »Die sind mir aufgefallen. Es
wurde von einem Vater der Gewürze gesprochen, von einem Schatten des Safrans.
Auch der Saflor wurde genannt. Der Pädär-i-Baharat sagte: Warum bin ich für alle
Gewürze bestimmt und habe doch nur den Safran bekommen? Muss ich das alles
dulden? Es scheint, dass die Pflichten und Obliegenheiten eines jeden Pädär mit
dem Geruche eines bestimmten Gewürzes bezeichnet werden, und dass der
Pädär-i-Baharat die Erfüllung dieser Pflichten zu überwachen habe und dafür
besser bezahlt werde als die anderen. Wenn du mir doch erlaubtest, auf diesen
Wohlgerüchen bis zum Rosenduft emporzusteigen, Effendi!«
    »Tue es!« antwortete ich rasch. »Ich höre, dass du auf dem richtigen Wege
bist.«
    Er fuhr fort:
    »Was die Sillan tun, ist Sünde, ist Verbrechen. Sie beginnen mit dem
Schmuggel, den man kaum für ein Vergehen hält, und steigen bis zum Mord hinauf,
der schwersten aller strafbaren Taten. Zwischen diesen beiden liegt gewiss die
ganze Reihe der Verbrechen, deren jedes mit einem besonderen Geruche bezeichnet
wird. Nicht?«
    »Jawohl,« nickte ich. »Es gibt wohl keinen Sill, von dem man sagen könnte,
dass er in einem guten Geruche stehe! Sprich weiter!«
    »Der Duft der Rose bedeutet den Mord. Das wissen wir, seit heut die deine
aufgebrochen werden sollte. Der des Safran scheint die Schmuggelei zu sein. Habe
ich recht, wenn ich annehme, dass der Brief an den Multasim den Befehl zur
Ermordung eines Menschen enthält?«
    »Ja.«
    »So ist es doch auffällig, dass nicht von der Rose im allgemeinen, sondern
von der köstlichen Gul-i-Schiraz die Rede ist!«
    »Mir fällt das gar nicht auf. Es ist das einfach eine Steigerung.«
    »Eine Steigerung des Mordes? Kann ich, wenn ich jemand totschlage, dies noch
steigern?«
    »Ich meinte es anders. Der Duft der gewöhnlichen Rose bedeutet die Ermordung
einer gewöhnlichem Person. Was für eine Person wird da wohl gemeint sein, wenn
man nach der herrlichsten aller Rosen greift?«
    »Ah, das ist die Lösung? Es handelt sich nicht um einen gewöhnlichen,
sondern um einen wahrscheinlich sehr hochstehenden Menschen!«
    »So ist es; ich wenigstens denke es mir so. Du hast unsern Gedankengang mit
deiner Erwähnung der Gewürze unterbrochen. Wir waren bei der Überzeugung
angekommen, dass der Aemir-i-Sillan in der Nähe des Multasim
