 es nicht
schnell genug und suchten dann vergeblich, eine Spur von ihnen zu sehen oder zu
hören. Um wenigstens nicht ganz ohne Resultat zu dir zu kommen, kehrten wir zum
Hollunder zurück, aus dem wir die Agraffe genommen haben.«
    »Warum? Wozu? Kann das nicht üble Folgen haben?«
    »Möglich! Aber ich hatte das Gefühl, dass ich dieses glitzernde Ding nicht
steckenlassen dürfe. Ich kenne diese Empfindung; sie hat mich immer richtig
geführt. Denke an unsere Anzüge, ohne welche wir von dem Boten jedenfalls nichts
erfahren hätten!«
    »So mag es sein. Auch ich folge derartigen Eingebungen stets gern. Ist dir
der Name Utaq-y-Scheijtan bekannt?«
    »Nein. Ich habe ihn noch nicht gehört. Aber ich habe jetzt unterwegs darüber
nachgedacht und vermute, dass er hier mit dieser Mauer in Verbindung zu bringen
sei. Der Name Teufelsstube harmoniert mit dem Aberglauben, dass der Teufel hier
die von ihm geholten Seelen zerreisse. Sollte Ahriman Mirza mit diesem
Utaq-y-Scheijtan den finsteren Raum dort gemeint haben, durch den wir mussten, um
hierher zu kommen?«
    »Mir kommt dies fast wahrscheinlich vor.«
    »Mir ebenso! Er will da die beiden Kaiserdokumente noch einmal prüfen
Kaiserurkunden! Also das Allerwichtigste, was man ihm entreißen könnte! Aber
entreißen? Nein. Es müsste klüger angefangen werden. Bitte, sprecht jetzt nicht
auf mich! Es kommt mir ein Gedanke. Könnte er richtig ausgeführt werden, so wäre
er unvergleichlich!«
    Er schwieg hierauf, um nachzudenken. Darum waren wir auch still. Nach
einiger Zeit sprang er plötzlich auf und sagte:
    »Was das nur ist? Es lässt mir keine Ruhe. Komm mit, Effendi! Ich muss vor an
die Mauer. Es ist Etwas in mir, was mir sagt, dass Ahriman Mirza bald erscheinen
wird.«
    Wir gingen mit einander nach vorn, bis zu der mit Büschen besetzten Tür. Wir
schoben das Gesträuch mit den Händen zurück, um in den Raum zu treten. Da
flüsterte der Ustad:
    »Da - da - - da, schau! Wie recht die Stimme in mir hatte! Siehst du ihn?«
    Allerdings sah ich ihn. Er war soeben gekommen und stand draußen vor dem
Eingange, im Sternenschein, um sich umzusehen. Die Reitpeitsche in der Hand, die
schwarze Maske vor dem Gesicht, die Agraffe an der Mütze. In seinem Gürtel
flimmerte der Griff seines Chandschar, welcher dem meinigen glich. Da war Alles
sehr deutlich zu sehen. Da fragte mich der Ustad leise:
    »Kennst du die Sage vom Chodem des Menschen?«
    »Ja,« antwortete ich ebenso leise.
    »Ich weiß,
