 Ringes zu betrachten. Dann ging es wie
Schreck über sein Gesicht. Er versuchte, sich aufzurichten, brachte es aber
nicht fertig.
    »Hazret21 - - Hazret - - Hazret - -!« stammelte er. Weiter brachte er kein
Wort hervor.
    »Wach doch vollends auf, Mensch! Ermanne dich, und nimm dich zusammen! Du
bist betrunken!«
    »Be - - trun - - ken - -?!«
    Die Bedeutung dieses Wortes schien ihm nicht gleich gegenwärtig zu sein; er
sann darüber nach.
    »Ja, betrunken bist du, vollständig betrunken!« wiederholte ich.
    Da kam es wie eine Spur von Erkenntnis in sein Auge. Er schüttelte den Kopf
und antwortete:
    »Nicht - - betrunken - - nicht! Ich kann - - kann - - Die Ungläubigen sagen,
kann - - - sie sagen. Soll - - - soll ich?«
    »Ja, sprich sie mir einmal vor, aber ohne Fehler!« forderte ich ihn auf.
    »Die Ungläubigen«, das ist nämlich die Überschrift der hundertneunten Sure
des Kuran. Sie lautet: »Sprich: o ihr Ungläubigen, ich verehre nicht das, was
ihr verehret, und ihr verehret nicht, was ich verehre, und ich werde auch nie
verehren das, was ihr verehret, und ihr werdet nie verehren das, was ich
verehre. Ihr habt eure Religion, und ich habe die meinige.« In der deutschen
Übersetzung bietet dieser Text ja gar keine Schwierigkeiten; aber um so mehr
muss derjenige aufpassen, der das arabische Original remitieren will. Ein
Betrunkener bringt das gar nicht fertig; darum wird dieses Kurankapitel als Sura
el Imtihan22 bezeichnet und auch sehr oft angewendet. Man fordert den
Betrunkenen, welcher leugnet, betrunken zu sein, auf, diese Sure herzusagen.
Bringt er das fehlerlos fertig, so hat er bewiesen, dass er nüchtern ist;
verspricht er sich aber dabei, so ist sein Zustand zweifellos die Folge
übermäßigen Trinkens. Jeder Muhammedaner kennt diese Eigenschaft und diese
Anwendung der hundertneunten Sure, und auch dem Kahwedschi war sie bekannt. Kaum
hatte ich das Wort betrunken ausgesprochen, so bot er mir an, durch diese Sure
zu beweisen, dass er es nicht sei. Nachdem ich ihm meine Zustimmung dazu erteilt
hatte, nahm er sich zusammen und begann:
    »Sprich, o - - - o ihr Un - - Ungläubigen, ich verehre, verehre - - nicht
euch, und ihr was mich, was euch, was mir; ihr verehret mich und ich euch, und
ihr - - - ihr habt - - - habt meine Religion - - - Religion - - ich habe eure -
- - und ich - - - ich verehre -
