 dass El Münedschi sich auch jetzt noch in seinem
schlafähnlichen Zustande befand und von dem Stillhalten der Kamele und unsrem
Gespräche gar nichts merkte. Wir hatten ihm das Schleiertuch über das Gesicht
gezogen, damit die Sonne ihn nicht stören möge. Er war also nicht zu erkennen.
    »Du hältst also einen Irrtum für nicht möglich?« fragte der Perser.
    »Warum nicht möglich? Keine menschliche Meinung ist untrüglich; aber ich
denke, dass ich mich in diesem Falle nicht irre. Lass mich fragen: Es handelt sich
um sechs Personen?«
    »Ja.«
    »Darunter war ein Greis von sonderbarem Benehmen?«
    »Ja. Er war von Djinns85 besessen. Von ihm glaube ich, dass er von dem
Diebstahle gar nichts weiß.«
    »Sodann ein älterer Mann mit graugemischtem Haare, dessen Sohn bei ihm war?«
    »Ja.«
    »Und drei Männer im mittleren Lebensalter?«
    »Auch das stimmt.«
    Ich beschrieb die Anzüge, was auch alles zutraf.
    »Sagten diese Leute, dass sie aus Mekka seien?« fragte ich weiter.
    »Ja. Der Vater des Sohnes kam sogar als Abgesandter des Grossscherif zu uns.«
    »Ist es nicht eine sehr kühne Idee, den Gesandten des Beherrschers der
heiligsten Orte des Islam des Diebstahles zu beschuldigen?«
    »Ja, man kann es kaum fassen! Nur darum hat es volle vier Tage gedauert, ehe
wir den Beweisen glaubten; dann aber hatten sie sich auch so gehäuft und waren
so unwiderstehlich geworden, dass wir nicht mehr zweifeln konnten, was wir bis
dahin trotz der Sicherheit aller Zeichen doch noch getan hatten.«
    »Ist es nicht möglich, dass ihr euch doch noch im Irrtum befindet? Ich
spreche diese Frage nämlich auch meinetwegen aus, denn ich gestehe dir, dass die
Beschuldigten auch für mich sehr wichtige Personen sind und vielleicht noch
wichtiger werden als jetzt. Ich habe also meine Gründe zu dieser Erkundigung.«
    »Effendi, ich weiß, dass Kara Ben Nemsi niemals etwas tut oder etwas
spricht, ohne von guten Ursachen dazu veranlasst zu werden. Ich ahne, dass euer
Zusammentreffen mit diesen Leuten kein gewöhnliches gewesen ist, und versichere
dir, dass ihr da wirklich mit Schurken in Berührung gekommen seid, welche unsere
Heiligtümer beraubt haben. Um dir die Überzeugung zu geben, welche ich besitze,
müsste ich dir unsere Beweise bringen, und dazu würde die Mitteilung von Dingen
und die Beschreibung von Orten nötig sein, von denen wir mit keinem Schiiten und
noch viel weniger mit einem Andersgläubigen sprechen dürfen. Ich gebe dir aber
mein Wort, dass ich mich nicht irre. Wahrscheinlich ist es dir möglich, mir zur
Ausführung meines Vorhabens behilflich zu sein, und so versichere ich
