 bog sich über den Rand
des Tachtirwahn herab und rief ihm zornig zu:
    »Hadschi Halef, du bist der Unvorsichtige gewesen, du selbst, du, du!«
    »Ich - - -?« fragte er, zweifelnd zu ihr aufschauend.
    »Ja, du!«
    »Inwiefern?«
    »Mirza Dschafar hat es gut gemeint, auch konnte er nicht wissen, dass uns
dieser Basch Nazyr einmal zu einer Zeit begegnen werde, in welcher der Effendi
Veranlassung hat, einen andern Namen zu tragen. Giebst du das wohl zu?«
    »Ja, ja! Du weißt ja, wenn du sprichst, welche die klügste unter den
weisesten aller Frauen ist, so hast du stets nur das gesagt, was auch ich in
diesem Falle sagen würde!«
    »Gut! Du aber wusstest, dass der eigentliche Name des Effendi verschwiegen
bleiben soll; du hörtest auch, dass der Basch Nazyr den Mirza kennt, und sprachst
dennoch von dem Chandschar! Du konntest dir doch denken, dass beide von dieser
Waffe, von diesem Geschenke mit einander gesprochen hatten!«
    »So? Konnte ich mir das denken?« fragte er kleinlaut.
    »Du konntest nicht nur, sondern du musstest es! Warum sprichst du immer, wenn
der Effendi reden will? Der berühmte Scheik eines so großen Stammes muss nicht
immer reden, sondern schweigsam sein!«
    Da legte er den Körper zurück, die Hände zusammen und sagte:
    »Du hast recht, o Hanneh, du verständigste unter allen
Selbstverständigkeiten der Frauenzelte; ich bin berühmt und werde schweigen! Du
hast mir auch dieses Mal aus der Seele gesprochen!«
    Und nun nahm er mit der größten Seelenruhe den Trost entgegen, den ihm der
Perser gab:
    »Sorge dich nicht um die Sicherheit deines Effendi, o Scheik der Haddedihn!
Keiner von uns wird seinen wahren Namen verraten; das verspreche ich dir bei
Allah, dem Propheten und bei den Söhnen Alis, des Kalifen! Es macht mich so
glücklich, Kara Ben Nemsi so unerwartet kennen zu lernen, und nur weil er es
ist, habe ich seinen Worten ein solches Vertrauen geschenkt. Wenn er sagt, er
habe die Diebe gesehen, welche ich suche, so bin ich überzeugt, dass es wirklich
so und nicht anders ist!«
    »Es ist so!« bekräftigte ich.
    »Du hast Leute gesehen,« fuhr er fort. »Woher aber weißt du, dass es die
sind, von denen ich spreche?«
    »Du machtest wiederholt die Angabe von vier Tagen, und dies war mir im
Zusammenhange mit einigen andern Umständen genug, die Personen, welche ich
meine, für die Gesuchten zu halten.«
    Hierbei muss ich bemerken,
