 tage, auf
welchem wir nur noch mit Mühe die Spuren entdecken konnten.
    »Warum mögen die Beni Khalid wohl von ihrem Wege abgewichen und
hierhergeritten sein?« fragte Halef. »Ob das mit uns zusammenhängt, Sihdi?«
    »Zunächst wohl mit dem Perser und dann auch mit uns,« antwortete ich. »Mir
wird jetzt angst um ihn, und ich wünsche von Herzen, dass meine Vermutung sich
nicht bestätigen möge! Die Beni Khalid haben diese ihre neue Richtung in so
auffälliger Weise eingeschlagen, dass die Absicht, wir möchten ihnen folgen, für
mich bewiesen ist. Wahrscheinlich stecken sie dort an einer verborgenen Stelle
dieser Höhe, um uns zu überfallen, wenn wir kommen. Aber es gibt auch wieder
einen Grund, grad dies nicht anzunehmen. Ich bin überzeugt, dass es Tawil Ben
Schahid nicht eingefallen ist, auf den Kanz el A'da zu verzichten. Er weiß, dass
ihn der Perser hat, von dem er ihn nur dadurch erlangen kann, dass er ihm
unterwegs auflauert. Wenn er diese Absicht verfolgt, kann er nicht hier stecken,
sondern ist in einem weiten Bogen um den Bir Hilu zurückgeritten, um sich
jenseits desselben dem Basch Nazyr in den Weg zu legen. Wir haben es also mit
zwei verschiedenen Annahmen zu tun: Entweder sind die Beni Khalid hier, um uns
aufzulauern, oder sie sind jetzt nördlich vom Bir Hilu zu suchen.«
    »Aus welchem Grunde wären sie da aber hierhergeritten?«
    »Des felsigen Bodens wegen, auf welchem die Spuren schwer zu lesen sind. Sie
halten unsere Augen nicht für besser als die ihrigen und sind darum überzeugt,
dass wir ihre Fährte hier verlieren werden. Zugleich haben sie wohl an den
Vorteil gedacht, den sie über uns erringen, wenn sie sich zuerst den Perser
holen, denn dadurch kommen sie uns in den Rücken, während wir glauben, sie vor
uns zu haben. Es ist auch ein dritter Fall möglich, nämlich der, dass der Scheik
seine Leute geteilt hat. Wenn dies geschehen sein sollte, so werden wir von der
einen, wahrscheinlich größeren Abteilung hier erwartet, während er selbst mit
der andern nach Khutab Agha sucht. Ich werde mir sogleich darüber Klarheit
verschaffen. Wir halten, um ihnen nicht zu nahe zu kommen, jetzt hier an, und
ich suche, ob es eine Spur gibt, welche zurück nach Norden führt.«
    »Das wird hier auf diesem harten Felsen lange dauern!«
    »Nein, denn ich gehe bis zur Grenze des Sandes hinüber. Reite ich dieser
entlang, so muss ich die Eindrücke, wenn es überhaupt welche gibt, unbedingt
finden. Auch lange dauert das nicht, weil ich ja weiß, nach welcher Seite sich
