 werdet von einander
befreit werden!«
    Dieser liebe, kleine Pfiffikus! So schwer es ihm stets wurde, sich in die
Verhältnisse und Anschauungen meines Vaterlandes zu versetzen, in welches er den
Orient fast stets zu übertragen pflegte, jetzt, wo es sich um die Aneignung des
Hedschihn handelte, hatte er sich sofort daran erinnert, dass mir ein Kamel in
der Heimat nichts nützen könne! Und dann die rasche und sonderbare Ausbeutung
meines Hm. So etwas brachte eben nur mein Hadschi Halef fertig!
    Früh gestand er mir, dass er wegen des Hedschihn fast die ganze Nacht nicht
habe schlafen können, und dass ich es unbedingt annehmen müsse, wenn ich ihn
nicht für seine ganze Lebenszeit um den Schlaf bringen wolle, was doch unbedingt
seinen schliesslichen Tod zur Folge haben müsse. Dann zog er den Basch Nazyr
heran, und ich wurde von ihnen, nach Halefs gestrigem Ausdrucke, in der Weise
»bearbeitet«, dass ich schließlich wohl oder übel meine Einwilligung erteilte.
Das gab einen Jubel bei den Haddedihn! Ebenso kann ich von dem Perser sagen, dass
er sich wirklich und aufrichtig freute. Er hatte mir das Geschenk nicht in
chinesischer Weise, auf welche man mit der Nichtannahme zu antworten hat,
angeboten, und diese seine Freude war mir ebenso lieb wie der Gegenstand seiner
Freigebigkeit. Während die andern das Kamel umringten und alle seine Vorzüge
aufzählten, wobei es von ihnen als »unser« Hedschin bezeichnet wurde, nahm er
mich auf die Seite und sagte:
    »Effendi, da du mich mit der Annahme meines Geschenkes beglückt hast, muss
ich dir etwas sagen, was jetzt noch niemand außer dir zu wissen braucht. Es ist
dir wohl bekannt, dass man den Kamelen nicht, wie den Pferden reinsten Blutes,
ein Geheimnis geben kann, denn sie sind zu dumm dazu; bei diesem Hedschihn aber
ist es mir gelungen, und zwar vortrefflich. Es besitzt eine Intelligenz, welche
man bei seinesgleichen sonst vergeblich sucht, und ist so treu, anhänglich und
willig wie ein Pferd. Da es nun dein Eigentum ist, will ich dir sein Geheimnis
mitteilen, damit du es anwenden kannst. Das Tier heißt Maschurah144. Um es
vorher aufmerksam zu machen, musst du diesen Namen zweimal nennen, worauf du
dreimal hintereinander das Wort Bubuna145 sagst. Hast du das getan, so
entwickelt es eine Eile, welche dir die stille Luft als Wind erscheinen lässt,
und hört nicht eher auf, als bis du ihm das Wort Yawahsch!146 auch dreimal
sagst. Da das Kamel das Pferd an Ausdauer überhaupt übertrifft, so hält meine
Maschurah, die nun die deinige ist, auch unter dem Geheimnisse viel länger aus
als ein Pferd, was dich aus großer Gefahr erretten kann und jede
